Hippotherapie von Umsatzsteuer befreit


    Das therapeutische Reiten, die Hippotherapie, ist unter gewissen Umständen von der Umsatzsteuer befreit. Das entschied kürzlich der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 30. Januar 2008 Az: XI R 53/06.

    Die Hippotherapie ist dann eine von der Umsatzsteuer befreite Heilbehandlung, wenn sie von Physiotherapeuten (Krankengymnasten) mit entsprechender Zusatzausbildung ausgeführt wird. Außerdem muss das therapeutische Reiten ärztlich verordnet sein.

    Im vom BFH zu entscheidenden Fall hatte die zuständige Krankengymnastin eine hippotherapeutische Zusatzausbildung nach den Richtlinien des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten e.V. Der Betrieb, in dem sie arbeitete, wurde von dem Kuratorium anerkannt und fortlaufend überprüft.

    Der die Hippotherapie durchführende Betrieb arbeitete im Wesentlichen mit Kliniken zusammen. Deren Ärzte überwiesen die Patienten mit individuellen Indikationen. Die Ärzte überwachten die Behandlung und der Betrieb erstellte so genannte Rückmeldebögen über die Behandlung der Patienten.

    Die Rückmeldebögen wurden in die Patientenakte der Kliniken übernommen. Außerdem nahmen die zuständigen Mitarbeiter des Betriebes an den wöchentlichen Patientenkonferenzen der Kliniken teil.

    Der Bundesfinanzhof stellte ausdrücklich fest, dass eine verordnete Hippotherapie eine ärztliche bzw. arztähnliche Leistung darstellt. Damit seien die Voraussetzungen für eine Heilbehandlung im Sinne des § $ Nr. 14 UStG erfüllt.