Immobilienfinanzierungen: Welche Möglichkeiten gibt es?

    WKreditnehmer können bei Immobilienfinanzierungen zwischen unterschiedlichen Modellen wählen.

    Am gebräuchlichsten ist nach wie vor das Annuitätdendarlehen, aber es gibt noch weitere Darlehensformen, die in dem einen oder anderen Fall vielleicht besser zu den Bedürfnissen des Kreditnehmers passen.

    Immobilienfinanzierung mit langer Laufzeit ungünstig

    Hauskredite werden sehr oft nach der Ratenhöhe ausgewählt. Für viele ist eine geringe monatliche Belastung entscheidend.

    Doch darf dabei die Gesamtbelastung durch ein Hausdarlehen nicht aus den Augen verloren werden.

    Ein Kredit mit besonders langen Laufzeiten stellt niemals eine besonders günstige Immobilienfinanzierung dar.

    Annuitätdendarlehen

    Bei einem Annuitätdendarlehen sind die monatlichen Raten während der Zinsbindungsfrist konstant. Die Rate setzt sich aus Zinsen und einem Tilgungsanteil zusammen.

    Im Laufe der Zeit verringert sich der Zinsanteil zu Gunsten des Tilgungsanteils, weil jeden Monat ein Anteil an der Restschuld getilgt wird.

    Häufig beträgt der anfängliche Tilgungssatz ein Prozent. Annuitätendarlehen haben in der Regel eine sehr lange Laufzeit. Von der Kreditlaufzeit, die zur Tilgung des Darlehens erforderlich ist, zu unterscheiden, ist die Zinsbindungsfrist, die häufig deutlich kürzer ist.

    Die Zinsbindungsfrist kann zum Beispiel 5, 10, 15 oder 20 Jahre betragen. Je länger die Zinsbindungsfrist ist, desto höher sind die Zinsen.

    Quelle: baufi24.de

     

    Die Zinsen sind auch abhängig von den gestellten Sicherheiten und von der Bonität des Kreditnehmers.

    Möglich ist, auf eine Zinsbindungsfrist zu verzichten und variable Zinsen, die sich am Markt orientieren, zu vereinbaren.

    Wird eine Zinsbindungsfrist vereinbart, kann der Kreditnehmer bis zum Ablauf der Frist von konstanten Raten ausgehen. Danach werden die Zinsen neu festgesetzt bzw. müssen neu vereinbart werden, sofern noch eine Restschuld besteht.

    Tilgungsdarlehen

    Wird ein Tilgungsdarlehen vereinbart, bleibt die Höhe der Tilgung über die gesamte Laufzeit unverändert. Darin besteht der Unterschied zum Annuitätdendarlehen.

    Tilgungsdarlehen haben regelmäßig eine hohe monatliche Belastung. Der Vorteil besteht aber darin, dass diese Hauskredite schneller zurückgezahlt werden.

    Außerdem verringert sich die monatliche Belastung kontinuierlich, denn bei gleich bleibender Tilgung wird die Zinsbelastung laufend geringer.

    Volltilgerdarlehen

    Das Volltilgerdarlehen ist eine besonders günstige Immobilienfinanzierung für Personen mit gutem Einkommen. Beim Volltilgerdarlehen ist die Kreditlaufzeit identisch mit der Zinsbindungsfrist. Der Kredit ist also mit Ablauf der Zinsbindung vollständig getilgt.

    Das hat verhältnismäßig hohe monatliche Belastungen zur Folge. Dafür sind bei diesen Immobilienfinanzierungen die Gesamtkosten für den Kredit deutlich geringer als bei den normalen üblichen langfristigem Annuitätendarlehen.

    Ein Kredit, der in 15 Jahren vollständig getilgt ist, verursacht spürbar geringere Kosten als ein Darlehen über 30 Jahre oder über eine längere Zeit.

    Außerdem besteht bei einem Volltilgerdarlehen völlige Zins- und Kalkulationssicherheit. Der Kreditnehmer braucht nicht zu befürchten, dass sich die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindungsfrist erhöhen.

    Hauskredite mit Lebensversicherungen

    Gebräuchlich sind schließlich Immobilienfinanzierungen, bei denen Hauskredite mit Lebensversicherungen (Kapitallebensversicherungen) verknüpft werden.

    Dabei wird eine Lebensversicherung angespart, und damit wird der Hauskredit, ein endfälliges Darlehen, getilgt.

    Die Konstruktion ist etwas kompliziert, und es gibt recht unterschiedliche Varianten. Diese Form der Immobilienfinanzierung bietet häufig besonders niedrige monatliche Raten, ist aber insgesamt betrachtet sehr oft keine günstige Immobilienfinanzierung.

    Immobilienfinanzierungen in Kombination mit Lebensversicherungen werden mitunter
    angeboten, wenn die Raten für normale Annuitätdendarlehen zu hoch wären und deshalb von den Kreditnehmern nicht aufgebracht werden können.