Kampen auf Sylt

    Mitten auf dem Geestkern der Insel Sylt liegt der Ort Kampen, weit bekannt als der Ferienort der „Schönen“, „Reichen“ und „Berühmten“.

    Wer deshalb hinfährt, wird möglicherweise enttäuscht sein, dass nicht an jeder Ecke Prominenz herumsteht.

    Er wird gleichzeitig entdecken, wie wunderschön Kampen ist. Wer deshalb nicht hinfährt, versäumt einen der schönsten Flecken Erde Deutschlands.

    Sylts Rotes Kliff

    Hier am Geestkern, der im Norden Westerlands beginnt, wird der herrliche Strand von einem hohen Kliff begrenzt. Das „rote Kliff“, weil der Sand stark eisenhaltig ist. Dadurch schimmert es je nach Sonnenstand rötlich.

    Das Kliff endet hinter dem Kampener Hauptstrand, wo sich das schöne Reet gedeckte Anwesen „Kliffende“ in die Dünen kuschelt.

    Hier haben sich schon vor vielen Jahrzehnten berühmte Künstler getroffen, wie Thomas Mann, Kurt Tucholsky oder Emil Nolde. Der Strand erstreckt sich noch weiter nach Norden.

    Das Rote Kliff auf Sylt ist eine einmalige Küstenlandschaft. Es erstreckt sich vom Norden Westerlands über Wenningstedt bis nach Kampen.

    Seinen Namen verdankt das Rote Kliff dem rosaroten Geschiebelehm, der seine Färbung durch die Oxidation eisenhaltiger Bestandteile erhielt.

    Besonders in der Nachmittags- und Abendsonne leuchtet das Rote Kliff in allen gelblichen und rötlichen Farbschattierungen, an manchen Stellen sogar rostrot.

    Nach den schweren Sturmfluten Anfang der 80iger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde eine umfangreiche Sandvorspülung erforderlich, die einem Teil der Abbruchkante nach wie vor den dringend nötigen Schutz gewährt.

    Allerdings ist dadurch die überwältigende Schönheit der Steilküste etwas verloren gegangen. Am ursprünglichsten ist das rote Kliff noch im südlichen Bereich Kampens in Höhe der Uwedüne. Die Uwedüne ist mit etwas über 50 Metern die höchste Erhebung Sylts.

    Jahrhunderte lang diente das etwa 30 Meter hohe Rote Kliff der Schiffahrt als Orientierungspunkt und Erkennungsmerkmal der Insel Sylt. Das Rote Kliff entstand vor etwa 120000 Jahren nach der Saale-Eiszeit.

    Die Gletscher hatten riesige Schuttberge in die Region gebracht, wo heute Sylt liegt. Die blieben liegen, als sich die Gletscher mit zunehmender Erwärmung zurückzogen.

    Mit dem steigenden Meeresspiegel entstand dann die Steilküste des roten Kliffs. Anders als Geologen im 19. Jahrhundert vermutet haben, gibt es übrigens keinen erdgeschichtlichen Zusammenhang zwischen dem roten Kliff auf Sylt und Helgoland.

    Die Helgolander Felsen sind sehr viel älter und haben eine andere Entstehungsgeschichte.

    Buhne 16 und Uwedüne

    Dort findet man auch „Buhne 16“, den wohl berühmtesten FKK-Strand. Oberhalb des Hauptstrands lädt die Sturmhaube zum Rasten ein.

    Der Blick gleitet über Dünen und die große Heidefläche. Noch einen besseren Blick hat man, wenn man einen kurzen Spaziergang Richtung Süden macht.

    Dort liegt die Uwedüne, mit 52 Metern die höchste Erhebung der Insel Sylt. Bergsteigen? Nicht nötig. Rund 100 Stufen erleichtern das Erklimmen der Düne.

    Der lange schwarz-weiße Leuchtturm scheint ganz nahe. Der traumhafte Rundblick lässt die kleine Anstrengung vergessen.

    Fast schöner als die Westseite an der freien See, ist die Ostseite am Watt. Bestimmt wird sie von der großen Heidefläche, die zum Watt hin abfällt und in feuchte Wiesen oder Schilfbewuchs übergeht. Zwischen Heide und Schilfgrün ist ein Fußweg .

    Kupferkanne

    Einige Reet gedeckte Häuser liegen am Hang, umsäumt von undurchsichtigen Hecken der bekannten „Syltrose“ (auch rosa rugosa oder Kamschatkarose, seit ca. 250 Jahren in Europa).

    Von hier führt ein Pfad zur Kupferkanne, eine echte Sehenswürdigkeit. In den 50er Jahren hat der Bildhauer Günter Riek eine Bunkeranlage in ein Café verwandelt.

    Ein labyrinthartiges Gesamtkunstwerk mit Nischen und Gängen, freien und versteckten Sitzplätzen, wo man vorzüglichen Kuchen genießen kann.

    Dann ist man auch gestärkt für einen Spaziergang Richtung Westen, um vielleicht noch mal Halt zu machen im Kaamp-Hüs oder über die „Whiskymeile“ zu schlendern.

    Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski