Kantinenessen, Gesundheit, Förderung und Steuerfreistellung


    Kantinenessen gesund und lecker. Das mag manch einem schon unglaubwürdig erscheinen. Kantinenessen gesund, lecker und steuerlich gefördert, das klingt unglaublich.

    Aber es ist ein bisschen was dran. Gesundheitsgerechte betriebliche Gemeinschaftsverpflegung ist nämlich eines der Handlungsfelder, die im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung durch den Arbeitgeber steuerfrei bleiben können.

    Erstmal muss man eine Lanze für viele Kantinen brechen. Entgegen pauschaler Vorurteile ist Kantinenessen oftmals ziemlich lecker. Manch ein Mitarbeiter freut sich darauf, wie auf Mittag bei Muttern.

    Das heißt aber nicht, dass es gesund ist. Das war es „bei Muttern“ auch nicht unbedingt. Aber in Kantinenkreisen hat sich seit langem herumgesprochen, dass Essen und Gesundheit im Zusammenhang stehen.

    Deswegen entspricht das Menü zunehmend modernen Vorstellungen. Diese Tendenz wird durch die gesetzliche Regelung sicherlich in vielen Fällen unterstützt.

    Gefördert wird seit 1.1.2009, aber auch rückwirkend auf 2008, durch Steuerfreistellung, wenn der Arbeitgeber zusätzlich zum Arbeitslohn Leistungen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes und der betrieblichen Gesundheitsförderung für sein Personal erbringt.

    Die Förderung ist auf 500 Euro pro Mitarbeiter pro Jahr begrenzt. Unter die Förderung fallen im Wesentlichen Leistungen, die im Leitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen (§ 20 Abs. 1 und § 20 a SGB V) aufgeführt sind.

    Wer sich entscheidet, diese Steuerfreistellung für gesundheitsgerechte betriebliche Gemeinschaftsverpflegung zu nutzen, muss das Kantinenangebot an den Bedürfnissen des Personals und an Ernährungsrichtlinien ausrichten.

    Dazu gehören auch Schulungen des Kantinenpersonals oder Informations- und Motivierungskampagnen. Die Krankenkassen werden ihre betreuten Firmen dazu wahrscheinlich optimal beraten.

    Aber wie gesagt, gesundheitsgerechte betriebliche Gemeinschaftsverpflegung ist nur ein Punkt von vielen, die für diesen steuerlichen Freibetrag zur Auswahl stehen. Es erscheint aber sehr sinnvoll, die „Förderung“ der Gesundheitsförderung ins Kantinenessen zu stecken.