Kennen Sie Sylt?

    Sylt im Überblick und nicht nur für Anfänger. Viele kennen die „Königin der Nordsee“ – die Insel Sylt.

    Hier ist sie im Überblick. Aus der Luft sieht sie aus wie ein riesiges Fabeltier:

     

    Vom Ellenbogen zur Südspitze

     

    Im Norden ein Kopf wie ein Hase im Profil. Das ist das Listland mit dem Ort List und seinem lebendigen Hafen. Hier fährt die Fähre nach Röm, der dänischen Nachbarinsel, und Gosch, das berühmte Fischrestaurant, ist allgegenwärtig.

    Der Ellenbogen sieht aus wie Hasenohren von der Seite. In der Mitte hat die Insel einen dickeren Körper.

    Das ist der Geestkern mit Kampen, Wenningstedt, Braderup, Munkmarsch, Tinnum, Keitum und Westerland.

    Nach Osten die Pfoten mit den Orten Archsum und Morsum, bis sich in Morsum der Hindenburgdamm anschließt, die Zugverbindung zum Festland.

    In Richtung Süden ist Sylt lang und schmal. Beine des Fabeltiers oder eine Art Fischschwanz wie bei Nixen? Da braucht man viel Fantasie.

    Etwa 7 km südlich von Westerland liegt Rantum. Hier ist die schmalste Stelle der Insel. Ganz im Süden liegt Hörnum, ebenfalls mit einem Hafen. Dort legen Ausflugsschiffe ab zu den Nachbarinseln, den Halligen und nach Helgoland.

    In Hörnum entsteht zurzeit ein neuer Golfplatz mit herrlichem Blick über Hafen und Watt zu den Inseln Föhr und Amrum. Jetzt habe ich schon alle Orte vorgestellt. Möchten Sie sie sehen?

    www.syltwetter.de hat ein paar Webcams und eine schöne Bildergalerie. Das Großartigste an Sylt ist der ca. 40 km lange Sandstrand an der Westküste. Jetzt im Winter ist die Nordsee oft vom Sturm aufgewühlt.

    Ein Spaziergang in der frischen salzhaltigen Luft ist ein einmaliges Erlebnis. Im Sommer lädt der herrliche Strand zum Sonnen, Baden, Spielen oder Schwimmen ein.

    Ich tobe am liebsten in hohen Wellen oder schwimme bei ruhigem Wasser möglichst lange neben der Küste her. Mein Tipp: Nicht zu weit raus schwimmen sondern mit der leichten Strömung parallel zum Strand. Die Ebbströmung geht nach Süden, die Flutströmung nach Norden.

    So schafft man flott ein beeindruckendes Stück. Zurückschwimmen wäre mir zu anstrengend. Deshalb empfehle ich: Zurücklaufen. Einen ganz aktuellen Blick auf den Strand kann man bei www.wonnemeyer-sylt.de werfen.

    Wonnemeyer ist ein Strandrestaurant im Norden Wenningstedts. Dort sitzt man wirklich in der ersten Reihe. Die beiden Links habe ich erst kürzlich entdeckt und hoffe, dass sie auch für viele alte Hasen unter den Syltfans noch eine Überraschung sind.

     

    Nacktbaden auf Sylt

     

    Sylt – damit verband man insbesondere in den 70ern des letzten Jahrhunderts nicht nur Schöne und Reiche, sondern auch Nackte.

    Immer wieder wussten die Zeitungen darüber zu berichten. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, nackt zu baden – nicht nur auf Sylt.

    Buhne 16

    Zwar sind die Hauptstrände der Sylter Badeorte Textilstrände. Aber überall entlang der herrlichen Sylter Westküste findet man ausgewiesene FKK-Strände, und zwar sehr schöne.

    Der Klassiker ist „Buhne 16“ in Kampen. In den 60ern und 70er fanden hier lebhafte Partys statt. Das war wohl der Ausgangspunkt für den Ruf der Insel Sylt als Tummelplatz der Schönen, Reichen und Nackten.

    Auch heute ist Buhne 16 noch ein beliebter FKK-Strand. Er liegt nördlich vom Kampener Hauptstrand. Einfach Richtung Norden gehen.

    Seit den 80ern trägt ein originelles Strandbistro den Namen „Buhne 16“. Dort angekommen, hat man den wohl berühmtesten FKK-Strand Sylts erreicht.

    Andere FKK Strände

    Aber auch alle anderen FKK-Strände sind einen Besuch wert. Zum Beispiel im Süden Westerlands, die „Oase“ oder genauer Oase zur Sonne, mit dem gleichnamigen Strandrestaurant.. Hier erstreckt sich der FKK-Strand vom Westerländer Campingplatz bis Dikjendeel.

    Das erlaubt zwischen Baden und Sonnenbaden langes Hin und Her wandern. Da freut sich die – mit dem nötigen Sonnenschutzfaktor versehene – Haut des ganzen Körpers und die Seele sowieso.

    Schon 1850 hat der Sylter Badearzt Jenner den mit Anzügen oder langen Röcken baden gehenden Gästen empfohlen, nackt zu baden, um in den gesunden Genuss der „Wirkung des Wellenschlages“ zu kommen. Offiziell war das aber nicht denkbar.

    Nacktbaden seit 1927

    Den ersten genehmigten Sylter FKK-Strand gab es in Klappholttal 1927, in Knut Ahlborns „Freideutschem Jugendlager Klappholttal“.

    In Westerland gab es 1954 den ersten freigegebenen FKK-Strand. Eine Sensation. Heute gibt es ausgewiesene Textil- oder FKK-Strände. In den langen Strandabschnitten dazwischen gilt praktisch der alte Spruch: Was beliebt, ist auch erlaubt – mit oder ohne Badezeug.

     

    Bademode auf Sylt

     

    Bademode und Sylt, verträgt sich das? Sylt ist doch berühmt fürs Nacktbaden?
    Stimmt, das kann man außer an den ausgewiesenen Textilstränden überall. Und das bedeutet andererseits, man kann auch überall die schicke neue Bademode tragen.

    Für 2008 wurde der Bikini in den Trendmeldungen zwar zum Schnee von gestern erklärt und viel Stoff vorausgesagt, besonders hip in blau. Aber schauen Sie mal hin. Er bleibt aktuell, vom knappen Modell mit String bis zum sportlichen geradem Schnitt.

    Die Badeanzüge reichen vom Klassiker bis zur knappen Form mit fantasievollen Ausschnitten. Man kann beim Badeanzugkauf entscheiden, ob man lieber den Bauchnabel zeigt oder gerade nur den bedeckt und die Hüften freilässt.

    Fast der gesamten Bademode ist eins gemeinsam: Sie ist elegant. Denkt man sich die Modelle mit langem Rock, könnte ein Sommerabendkleid draus werden.

    Bademode hat eine lange Tradition. Sieht man sich auf Bildern das Sylter Strandleben Ende des 19. Jahrhunderts an, denkt man, die Badegäste wären in ihren Straßenkleidern baden gegangen. Das war aber nicht so.

    Was man auf Bildern vom „Damen-, Herren- oder Familienbad“ sieht, sind „Badecostüme“. Propagiert von Modemagazinen, wurden sie von modebewussten Frauen – auch gegen ärztliche Empfehlung – begeistert angenommen.

    „Badehemden mit Schoß“, manchmal zwei davon, „Oberkleider“, „anknüpfbare Beinkleider“, das war damals Mode.

    Badekappen gab es sogar mit Gardine. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Trikot modern, mit geradem Beinabschluss mitten auf dem Oberschenkel, gerne mit halbem Ärmel und gestreift. So kennt man es heute noch als Karnevalskostüm. In den 20ern lockerten Rüschen die Bademode auf und Bein durfte gezeigt werden.

    Im Dritten Reich und während des zweiten Weltkrieges stand Bademode nicht im Vordergrund. In den 50ern setzte Mode wieder Zeichen. Lastex Badeanzüge kamen auf und erste Bikinis.

    Erste Bikinis in den Endvierzigern waren aus dunkelrotem wolligem Strick. Wie schön, das es heute eine solch bunte vielfältige Bademode gibt. Sylter Boutiquen und Textilgeschäfte bieten reichlich Gelegenheit, sich inspirieren zu lassen.

     

    Leuchttürme auf Sylt

     

    Viele Menschen lieben Leuchttürme. Auf Sylt gibt es gleich 5 davon.

    Ellenbogen

    Fangen wir mal im Norden an. Zwei Leuchttürme stehen auf dem Ellenbogen. Mitten aus der kargen, eindruckvollen Dünenlandschaft ragen sie auf in rot-weiß. Zunächst denkt man: Zwillinge.

    Aber sie unterscheiden sich deutlich. Das Westfeuer ist strahlend weiß und hat einen roten Hut. Das Ostfeuer – ebenfalls weiß – hat in der Mitte einen dicken Roten Querstreifen.

    Kampen

    Bevor man aus Richtung List Kampen erreicht, kann man von der Straße aus nach rechts einen Blick auf das Quermarkenfeuer „Rotes Kliff“ werfen.

    Ein bildschöner kleiner Leuchtturm, beinahe versteckt in den hohen Dünen. Aus Ziegeln gemauert und mit einem weißen Kopf, hat er etwas Gemütliches.

    Er arbeitet nicht mehr. Aber zum Glück es gibt ihn noch – als Kulturdenkmal. Vor Jahren galt er als so baufällig, dass er abgerissen werden sollte.

    Eine Initiative hat ihn letztlich gerettet. Nicht zuletzt durch einen Künstler, dessen Werke als Postkarten verkauft wurden, wurde die Restaurierung finanziert.

    Am eindrucksvollsten ist der große schwarz-weiße Kampener Leuchtturm. Er ist eines der Wahrzeichen der Insel Sylt und weithin sichtbar.

    „Der lange Christian“ wird er liebevoll genannt. Zu seinem 150. Geburtstag im Jahre 2005 wurde er baulich und leuchttechnisch auf den neuesten Stand gebracht.

    Am südlichen Stadtrand von Kampen gelegen steht er malerisch im Wiesengrün, manchmal umgeben von leuchtenden Butterblumen oder grasenden Kühen.

    Hörnum

    Bleibt noch der Hörnumer Leuchtturm. Für viele Fans der schönste.

    Am südlichen Stadtrand, wo die Häuser aufhören und das Ende der Promenade zu einem Spaziergang um die Odde (Südspitze), einlädt, thront er auf einer Düne.

    In prächtigem Rot mit einem breiten, weißen Mittelteil, bildet einen herrlichen Kontrast zum Dünensand mit Strandhafer und zum Grün des kleinen Wäldchens am südlichen Fuß der Leuchturmdüne.

    Und das ganz Besondere: Man kann ihn besichtigen und wenn man möchte sogar im Turm heiraten.

    Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski