Kostenfallen bei Krediten und Hausdarlehen

    Auf den ersten Blick erscheinen manche Ratenkredite oder Hausdarlehen konkurrenzlos günstig. Doch gerade bei solchen Darlehensangeboten lohnt sich ein zweiter Blick.

    Denn der in der Werbeanzeige angegebene Zinsrahmen muss nicht immer die ganze Wahrheit sein. Geschickt getarnte Zusatzkosten können in null Komma nichts aus einem billig erscheinenden Kredit ein für den Verbraucher kostspieliges Abenteuer machen.

    Zusatzkosten, Kombiangebote, Kopplungsgeschäfte, Vorfälligkeitsentschädigungen bei vorzeitiger Sondertilgung und irreführende Zinsangaben können Kreditnehmern die Freude am besonders vorteilhaft erscheinenden Ratenkredit oder Hauskredit gründlich verderben.

    Daher gilt: vor Kreditabschluss alle Unterlagen gründlich lesen und dann eine Nacht darüber schlafen. Wird das Darlehen bei einer Filialbanken abgeschlossen, sollte sich der Kunde alle Kosten und Darlehensbedingungen ausführlich erklären lassen.

     

    Restschuldversicherungen

     

    Restschuldversicherungen sind das Spiel mit der Furcht des Kreditnehmers vor unverschuldeter Zahlungsunfähigkeit. Es handelt sich um Risikoversicherungen, mit denen sie Leben, Krankheit, Berufsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit versichert werden können.

    Der Abschluss bei einer Bank im Rahmen eines Kreditvertrages ist teuer und der Leistungsumfang lässt nicht selten zu wünschen übrig. An Kreditausfallversicherungen verdienen nicht nur die Versicherer, sondern auch die Bank erhält Provisionen.

    Restschuldversicherungen für normale Ratenkredite sind immer überflüssig. Sie verteuern den Kredit erheblich. Rein rechnerisch kann dadurch aus einem Zinssatz von 5 % schnell das Doppelte werden.

    Restschuldversicherungen sind in der Regel freiwillige Zusatzprodukte. Jedenfalls ist das bei Ratenkrediten so. Dennoch sind sie bei manchem Kreditgeber in den Darlehensverträgen standardmäßig enthalten. Es soll vorkommen, dass Kreditnehmer den zusätzlichen Abschluss einer Kreditausfallversicherung erst verspätet bemerken; manchmal nach Ablauf der Widerrufsfrist.

    Werden Restschuldversicherungen als zwingende Voraussetzung dargestellt, etwa weil angeblich die Bonität sonst nicht zur Kreditvergabe ausreicht, ist die richtige Antwort, auf ein Darlehen mit diesem speziellen Anbieter zu verzichten.

    Etwas anders sieht die Sache bei Hausdarlehen aus. Bausparkassen bestehen häufig auf den Abschluss einer Kreditausfallversicherung. Auch bei Hausdarlehen sind Restschuldversicherungen in der Regel wenig sinnvoll.

    Es gibt aber Ausnahmen. Hausfinanzierungen über große Beträge können beispielsweise eine junge Familie in den Ruin treiben, wenn der Hauptverdiener plötzlich wegfällt. In solchen oder ähnlichen Fällen sind Restschuldversicherungen also erwägenswert.

    Gleiches gilt vielleicht noch bei Ratenkrediten über ungewöhnlich hohe Beträge. Auch bei solchen Darlehensverträgen können Schwierigkeiten entstehen, wenn der Hauptverdiener zur Finanzierung nichts mehr beitragen kann.

    Soll das Kreditausfallrisiko abgesichert werden, ist es in der Regel aber besser, eine gesonderte Risikoversicherung mit einem Drittanbieter abzuschließen. Empfehlenswert ist eine annuistisch fallende Risikolebensversicherung, deren Versicherungssumme und Prämien sich ständig automatisch der verbleibenden Restschuld anpasst.

     

    Kombiverträge mit anderen Finanzprodukten

     

    Manchmal werden im Zusammenhang mit der Kreditvergabe neben Restschuldversicherungen noch andere Finanzprodukte angeboten: andere Versicherungen aller Art, Sparpläne, Fonds oder Rentenversicherungen. Auch hier erfolgt häufig der Hinweis auf die Bonität.

    Selten gehören diese Angebote zu den Spitzenprodukten. Oft sind sie hingegen teuer und der Leistungsumfang ist keineswegs überzeugend. Kunden, die sich mit einer Bank wegen einer Kreditaufnahme in Verbindung setzen, möchten ein Darlehen oder eine Hausfinanzierung abschließen, keinesfalls irgendwelche weiteren Finanzprodukte.

    Handelt es sich um Kopplungsgeschäfte, ist also der Abschluss solcher Finanzprodukte Voraussetzung für die Gewährung eines Darlehens, lautet der Ratschlag, sich nach einem anderen Finanzdienstleister umzusehen.

     

    Nebenkosten und Abschlussgebühren

     

    Solche Forderungen werden in der Rechtsprechung zunehmend als nicht mehr zulässig angesehen. Auf jeden Fall sind sie nicht mehr zeitgemäß, und viele Anbieter verzichten deshalb unterdessen auf diese Zusatzkosten.

    Nicht ausgeschlossen ist natürlich, dass bei einem Verzicht auf Nebenkosten die regulären Zinssätze etwas höher angesetzt werden. Bestehen Finanzdienstleister auf Zahlung von Nebenkosten, sind die Angebote anderer Kreditgeber meist vorzuziehen.

     

    Vorfälligkeitsentschädigungen

     

    Sie machen Darlehen und vor allem Hausdarlehen unflexibel. Eine vorzeitige Ablösung von Krediten, sofern möglich immer im Interesse der Darlehensnehmer, wird durch Vorfälligkeitsentschädigungen erheblich verteuert.

    Im ersten Jahr sind bei Ratenkrediten 0,5 % fällig, danach beträgt die Höhe ein Prozent der Restkreditsumme.

    Empfehlenswert sind Kredite, bei denen kostenlose Sondertilgungen erlaubt sind. Bei Ratenkrediten ist das Angebot umfangreich, viele Kreditgeber lassen Sondertilgungen mehr oder weniger zu.

    Auch bei Hausdarlehen wird dem Wunsch der Kreditnehmer nach Flexibilität und der Möglichkeit vorzeitiger Sondertilgungen zunehmend Rechnung getragen.

     

    Kopplungsgeschäfte

     

    Kopplungsgeschäfte liegen vor, wenn neben dem Darlehensvertrag ein weiterer Vertrag zwingend vorgeschrieben ist. Häufig entfällt das gesamte Geschäft, wenn ein Teil des Kopplungsgeschäfts gekündigt wird.

    Kopplungsgeschäfte kommen beispielsweise bei Baufinanzierungen und Hausdarlehen vor. Manchmal werden Kredite zu besonders günstigen Konditionen abhängig gemacht von einer Kontoeinrichtung bei der betreffenden Bank.

    Sehr oft sind solche Geschäfte nicht besonders vorteilhaft, auch wenn der Kredit günstig erscheint. Natürlich gibt es Ausnahmen. Wichtig ist, dass der mit dem Darlehen verkoppelte Vertrag für sich gesehen zweckmäßig und günstig ist. Beispiel: das angebotene Girokonto ist tatsächlich ohne jede Bedingung kostenlos.

     

    Irreführende Zinsangaben

     

    Immer noch werben Banken mit utopisch niedrigen Eingangszinssätzen. Die Angaben nach der Verbraucherkreditrichtlinie, sie sind zwingend vorgeschrieben, werden irgendwo schamhaft im Text versteckt.

    Verbraucher sollten sich von solchen Werbetricks nicht blenden lassen. Zinssätze unter 3 % sind selbst gegenwärtig (Mai 2014, mitten in der Niedrigzinsphase) illusorisch. Sie mögen oder sie mögen nicht gewährt werden, allerdings nur an Personen mit extrem guter Bonität.

    Vielleicht 0,5 % der Kreditnehmer erhalten ein Darlehen zu solchen beworbenen Eingangszinssätzen.

    Einen besseren Eindruck über realistische Zinssätze vermittelt das repräsentative Beispiel, welches in jedem Angebot enthalten sein muss, vielleicht auch nur ganz klein gedruckt als *Anmerkung.