Kurzfristige Geldanlagen: Alternativen zum Sparbuch

    Das Sparbuch als kurzfristige Geldanlage? Nichts ist weniger empfehlenswert.

    Wie hoch glauben Sie sind die Zinssätze für Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist bis zu drei Monaten? Ein Prozent oder zwei Prozent?

    Weit gefehlt. Seit August 2018 betragen die Zinssätze für das Neugeschäft der deutschen Banken für Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist bis zu drei Monaten nach einer Statistik der Deutschen Bundesbank ganze 0,15 % (Stand: August 2018). Das dürfte ein absoluter Minusrekord sein.

    Praktisch werden Sparbucheinlagen also nicht mehr verzinst. Aber gibt es besser verzinste Sparbuch Alternativen, um kurzfristig Geld parken zu können?

    Diese Frage stellt sich für viele Privatsparer zunehmend, seitdem die europäische Zentralbank ihnen die Lust an dieser Form der sicheren Geldanlage durch die Niedrigzinspolitik verdorben hat.

    Das Problem bestand aber schon immer, wenn auch die Verhältnisse in früheren Zeiten nicht so krass waren. Im Jahr 2003 beispielsweise gab es für Sparbücher im Schnitt 2,2 % Zinsen.

    Optisch sahen damals die Zinssätze zwar besser aus. Aber am Ende war damit ein Wertzuwachs nach Inflation und Steuern kaum möglich.

     

    Zinssätze Spareinlagen Chart

    Quelle: Deutsche Bundesbank

    Abgesehen von der miesen Verzinsung, sind Sparbücher als flexible kurzfristige Geldanlage auch gar nicht so geeignet. Meistens können nur Teilbeträge zum Beispiel in Höhe von 2.000 Euro monatlich entschädigungsfrei ohne Einhaltung der dreimonatigen Kündigungsfrist abgehoben werden.

    Wer sich eine angemessene Rendite für seine kurzfristige Geldanlage suchte, musste sich schon immer nach Alternativen zum Sparbuch umsehen. Bei allen Banken verfügbares Tagesgeld und Festgeld mit kurzen Laufzeiten waren solche Alternativen.

    Unterdessen ist die Lage für private Anleger etwas diffiziler. Filialbanken bieten kaum noch Tagesgeld oder Festgeld mit halbwegs vernünftiger Verzinsung an.

    Dennoch gibt es auch gegenwärtig noch Möglichkeiten, die Inflationsverluste bei kurzfristigen Geldanlagen zu begrenzen und den Wertverlust nicht allzu heftig ausfallen zu lassen. Dafür ist es aber notwendig, sich im Internet umzusehen.

    Tagesgeldkonto bei Direktbanken

    Einige wenige Direktbanken bieten ihren Kunden Zinssätze für Tagesgeld, die deutlich über dem Durchschnitt liegen.

    Ein Beispiel ist die ConsorsBank mit 0,6 % (Stand: August 2018).

    Das Tagesgeldkonto bei einer Direktbank ist immer kostenfrei. Ihr Girokonto kann als Referenzkonto dienen, von dem Sie Geld aufs Tagesgeldkonto überweisen können und umgekehrt.

    Im Grundsatz kann über Tagesgeld täglich in beliebiger Höhe verfügt werden. Einige Direktbanken schreiben jedoch aus Sicherheitsgründen tägliche Höchstgrenzen für den Geldabruf vor.

    Nicht alle Direktbanken unterliegen der praktisch unbegrenzten deutschen Einlagensicherung, die auf Vereinbarungen über Sicherungsfonds beruht.

    Bei manchen Direktbanken gilt nur die europäische Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro, weil sie sich den deutschen Sicherungsfonds nicht angeschlossen haben.

    Andere Direktbanken sind Marken ausländischer Banken. Dann gilt entweder die Einlagensicherung des Hauptsitzlandes (zum Beispiel Großbritannien) oder die europäische Einlagensicherung.

    Achten Sie deshalb besonders auf die Einlagensicherung, wenn sie mit Direktbanken Tagesgeld abschließen.

    Wenn Sie Tagesgeldangebote von Direktbanken vergleichen wollen, können Sie dies hier tun: Tagesgeld

    Kombisparen oder FlexGeld

    Viele Direktbanken bieten Sparprodukte an, die über Elemente von Festgeld, Tagesgeld und Spareinlagen verfügen. Die Kombinationen sind unterschiedlich.

    Beispielsweise wird Festgeld mit Tagesgeld kombiniert. Der Festgeldanteil beträgt zum Beispiel 60 %, der Tagesgeldanteil 40 %. Der Tagesgeldanteil ist kurzfristig, meistens täglich abrufbar. Die Geldanlage wird insgesamt schlechter verzinst als Festgeld aber insgesamt etwas besser als Tagesgeld.

    Manchmal werden für Festgeld und Tagesgeld sogar von vornherein unterschiedliche Zinssätze angeboten.

    Eine Kombination aus Sparkonto und Tagesgeldkonto soll das Kleeblatt-Sparkonto der Garanti Bank sein. Zurzeit gibt es 0,25 % Zinsen.

    Produkte mit der Bezeichnung „FlexGeld“ sind etwas anders konstruiert als Kombigelder. Angelegt wird Festgeld zu einem bestimmten Zinssatz. Anleger müssen jedoch die vereinbarte Laufzeit nicht einhalten, sondern haben die Option, Geld jederzeit abzurufen.

    Wird die Option wahrgenommen, werden je nach Bank zwei Varianten angeboten.

    Entweder die Verzinsung für den Gesamtbetrag entfällt ganz oder der Zinssatz wird auf einen Basiszins reduziert, der niedriger ist, als der zuvor für das Festgeld vereinbarte Zinssatz.

    Der volle, vereinbarte Zinssatz wird also nur gezahlt, wenn die Laufzeit eingehalten wird.

    Da Kombiprodukte und FlexGeld Festgeld-Elemente haben, sollten Sie sich die Bedingungen für die Beendigung der Geldanlage genau durchlesen.

    Es kann sein, dass sich die Geldanlage automatisch um die ursprünglich vereinbarte Laufzeit verlängert, wenn nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gekündigt wird.

    Kurzfristiges Festgeld

    Kurzfristiges Festgeld bietet sich an, wenn Geld für eine Anschaffung in nicht allzu ferner Zukunft geparkt werden soll.

    Viele Direktbanken in Deutschland bieten Festgeld mit Laufzeiten ab zwölf Monaten an. Oft ist die Rendite jedoch nicht viel besser als für Tagesgeld.

    Echte Festgelder mit Laufzeiten unter einem Jahr sind bei deutschen Filialbanken oder Direktbanken eher dünn gesät. Anders sieht es bei Banken aus, die ihren Hauptsitz im europäischen Ausland haben.

    Schauen Sie sich einmal die Angebote im Festgeldrechner an, den das Netzwerk affilinet zur Verfügung stellt.

     

    Einige Zinsangebote für kurzfristiges Festgeld sind gegenwärtig nicht berauschend, aber deutlich höher, als was sonst auf dem Markt zu finden ist. Den manchmal versprochenen Bonus erhalten Sie allerdings erst bei Laufzeiten ab 18 Monate.

    Die Sache hat allerdings einen kleinen Haken. Die besten Zinsangebote stammen von Banken, die ihren Sitz nicht in Deutschland, sondern in einem europäischen Ausland haben.

    Zwar gilt im europäischen Ausland die Einlagensicherung ebenfalls, aber dennoch ist eine Festgeldanlage etwas risikoreicher als bei Banken, die ihren Sitz in Deutschland haben.

    Bei von Zinsportalen vermittelten ausländischen Geldanlagen, sollten Sie auf zwei Punkte achten:

    Wie wird das Länderrating des Heimatstaates der Bank bewertet? Ein ausreichendes Länderrating gibt Ihnen das Vertrauen, dass Sie der staatlichen Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro im Ernstfall tatsächlich trauen können.

    Wie wird die Bonität der Bank eingeschätzt? Bei den meisten Banken handelt es sich um kleinere Geldinstitute, die die Kosten für ein teures Rating von anerkannten Ratingagenturen sparen möchten.

    Deswegen führen Zinsportale, über die Sie das Festgeld buchen können, eigene Bonitätsprüfungen durch, die auf den Portalen veröffentlicht werden.

    Vielleicht fragen Sie sich, was es mit dem Begriff „Zinsportal“ auf sich hat.

    Privatanleger haben praktisch keine Möglichkeit, Geld im Ausland bei Banken, die nicht in Deutschland tätig sind, anzulegen. Der direkte Zugang zu besser verzinstem Festgeld oder Tagesgeld ist Ihnen praktisch verwehrt.

    Einige junge Fintech Unternehmer sind auf dieses Problem aufmerksam geworden und haben Zinsportale eingerichtet.

    Die Portale akquirieren seriöse Festgeldangebote aus dem europäischen Ausland und vermitteln diese an ihre Kunden. Die Anlagegeschäfte werden in Zusammenarbeit mit einer Partnerbank abgewickelt, bei der der Kunde ein Referenzkonto einrichten muss.

    Neben dem reinen Vermittlungsservice stellen Zinsportale Informationen zu den einzelnen Angeboten und zu den Banken zur Verfügung. Sie bieten aber keine Beratungsleistung an. Kunden sind für ihre Geldanlage allein verantwortlich.

    Die bekanntesten Zinsportale sind Weltsparen.de und Zinspilot.de. Ein Blick auf die Webseiten dieser Zinsbroker lohnt sich.

    Nutzer können sich über eine Reihe relativ lukrativer Festgelder oder Tagesgelder informieren. Das Angebot ist bedeutend größer als dasjenige in unserem Festgeldrechner.

    Kurzfristige Geldanlagen: immer vergleichen

    Verzichten Sie niemals auf einen Vergleich, selbst wenn Sie Geld nur für eine ganz kurze Zeit parken möchten. Selbst während der gegenwärtigen Niedrigzinsphase gibt es gewaltige Unterschiede bei den Zinsangeboten.

    Grundsätzlich sind die Zinsen bei Banken, die ihre Sparprodukte im Internet vertreiben, günstiger als bei Filialbanken.

    Festgeldvergleiche und Tagesgeldvergleiche gibt es eine ganze Anzahl. Ihre Nutzung ist für Kunden kostenlos. Provisionen werden von den angeschlossenen Banken übernommen.

    Wer sich wirklich umfassend informieren möchte, sollte auf die Testberichte von Fachzeitschriften zurückgreifen. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung eines Vergleichsrechners, der nicht so unbedingt gleich ins Auge fällt, wenn man Vergleiche für Geldanlagen im Internet sucht.

    Es handelt sich um den Rechner der FMH Finanzberatung.

    Der Rechner ist etwas kompliziert zu bedienen, er berücksichtigt aber einen guten „Bankenmix“. Ausführliche Informationen darüber, was Anleger vor einer Investition in Festgeld wissen sollten und die gut sichtbare Angabe der Zinsbörse erleichtern die Anlageentscheidung.

    Ein guter Kundenservice ist schließlich die Angabe des Länderratings hinter jedem Angebot.