Private Krankenversicherung: Tarifwechsel spart Geld

    Bestandskunden privater Krankenversicherungen werden nicht gerade bevorzugt behandelt.

    Während viele treue Versicherungsnehmer mit zunehmendem Alter über drastisch steigende Prämien klagen, erscheinen andere Tarife mit gleichen oder ähnlichen Leistungsmerkmalen geradezu unglaublich günstig.

    Was viele Krankenversicherte nicht wissen: Sie brauchen nicht die Versicherungsgesellschaft zu wechseln, um bei der Prämie zu sparen. Vielmehr können sie bei ihrem alten Versicherer bleiben und lediglich einen PKV Tarif Wechsel vornehmen.

    Diese Möglichkeit ist in Paragraph 204 VVG ausdrücklich vorgesehen, und die Krankenversicherungsgesellschaft kann einen Tarifwechsel nicht verhindern.

    Allerdings gestalten die Krankenversicherer ihre Tarife für ihre insgesamt 9 Millionen Bestandskunden häufig so unübersichtlich, dass es für die Versicherten fast unmöglich ist, in einen günstigen Tarif mit wenigstens ähnlichen Leistungskatalogen zu wechseln.

    Deshalb bieten einige unabhängige Versicherungsmakler eine relativ neue Dienstleistung an. Gegen ein Honorar unterstützen sie von hohen Beiträgen gebeutelte Altkunden beim Wechsel in einen günstigeren Tarif.

     

    Tarifwechsel innerhalb der PKV: Voraussetzung und Einsparungen

    Bei der gleichen Krankenversicherung in einen anderen PKV Tarif zu wechseln, ist eigentlich kein Problem. Eine Kündigung ist nicht erforderlich.

    Der Versicherer kann nach der Gesundheit seines Kunden fragen und die Fragen müssen auch beantwortet werden.

    Eine erneute Gesundheitsprüfung darf jedoch nicht stattfinden. Eine Ausnahme gilt nur, wenn der Versicherungsnehmer in einen Tarif mit einem besseren Leistungsniveau Wechsel möchte.

    Warum hohe Einsparpotenziale?

    Die Einsparpotenziale sind erheblich, selbst wenn keine Einschränkungen in den Leistungskatalogen vereinbart werden. Manche unabhängige Versicherungsmakler gehen davon aus, dass die Prämien um bis zu 45 % gesenkt werden können.

    Doch warum sind solch hohe Einsparungen möglich? Die Antwort liegt in der Art, wie Versicherungen die einzelnen Tarife in der Regel errechnen.

    Jeder Kunde gehört einem Versicherungskollektiv an, deren Mitglieder eine Anzahl gleichwertiger Merkmale aufweisen. Für jedes Versicherungskollektiv gibt es einen Tarif. Mehrere Tarife mit gleichwertigen Leistungen bedeuten, dass es verschiedene Kollektive gibt, die sich in bestimmten Merkmalen voneinander unterscheiden.

    Ein solches Merkmal ist der Gesundheitszustand oder anders ausgedrückt das Alter der Kollektivmitglieder. Je gesünder die Mitglieder sind, desto niedriger sind die Beiträge für einen bestimmten Tarif.

    Deswegen sind später aufgelegte Tarife, deren Kollektiv aus jüngeren und gesünderen Versicherungsnehmern besteht, günstiger als ältere Tarife und weisen bei vergleichbaren Leistungsniveau häufig geringere Prämiensteigerungen auf.

    Besonders hohe Einsparungen lassen sich erzielen, wenn leichte Einschränkungen bei den Leistungen in Kauf genommen oder Selbstbehalte vereinbart werden.

    Kein Verlust von Altersrückstellungen

    Gegenüber dem Wechsel zu einem anderen Krankenversicherer besteht ein gravierender Vorteil. Die angesammelten Altersrückstellungen bleiben erhalten.

    Deshalb kann ein bloßer PKV Tarifwechsel deutlich günstiger sein als der Abschluss eines neuen Krankenversicherungsvertrages bei einer anderen Gesellschaft.

     

    Versicherungen wehren sich

    Trotz des bestehenden Rechtsanspruchs tun viele Versicherungen alles, um Versicherungsnehmer von einem PKV Tarifwechsel abzubringen. Denn die Krankenversicherer fürchten eine „Vergreisung“ ihrer besonders günstige Tarife, mit denen sie junge Neukunden anwerben.

    So missachten manche Kassen die gesetzliche Vorschrift, nach denen Versicherten über 60 Jahre der beste verkaufte Tarif angeboten werden muss, wenn Beitragserhöhungen anstehen.

    Darüber hinaus werden Kunden, die sich für einen Tarifwechsel interessieren, hingehalten oder erhalten Falschauskünfte, dass es gleichwertigen Versicherungsschutz für weniger Geld eben nicht geben.

    Manchmal werden hohe Risikoabschläge in die Tarifangebote eingerechnet ohne Hinweis darauf, dass auf bestimmte Leistungen auch verzichtet werden kann.

    Schließlich wird oft die Möglichkeit eines Leistungsausschlusses verschwiegen. Leistungsausschluss bedeutet, dass der Versicherungsnehmer auf bestimmte Zusatzleistungen des neuen Tarifs verzichten kann, sofern sie im alten Tarif nicht enthalten waren.

    Allerdings haben einige Versicherungsgesellschaften diese verbraucherfeindliche Vorgehensweise gegenüber ihren Kunden aufgegeben. So stellt mittlerweile die DKV ihren Versicherungsnehmern einen Rechner zur Verfügung, mit dem sie einen Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft vorbereiten können.

     

    Beim Tarifwechsel aufs Leistungsniveau achten

    Wird der PKV Tarifwechsel von unabhängigen Versicherungsmakler unterstützt, gelingt es nach Auskünften von Experten in 50 % der Fälle, dass Leistungsniveau bei geringeren Prämien zu erhalten oder sogar zu verbessern.

    Natürlich sind die Einsparungen besonders groß, wenn auf bestimmte Leistungen verzichtet oder eine (höhere) Selbstbeteiligung vereinbart wird.

    Auf bestimmte Vorteile einer privaten Krankenversicherung sollte jedoch nicht verzichtet werden. Dazu gehören Einzelzimmerunterbringung und Chefarztbehandlung.

    Denn einige Krankenhäuser behandeln ihre Patienten ausschließlich mit genau diesen Leistungen. Besteht kein Versicherungsschutz, müssen die Patienten teuer zuzahlen.

    Die Vereinbarung von Selbstbeteiligungen sollte immer gut überlegt sein. Zwar werden zunächst Beiträge gespart, doch im Krankheitsfall erhöhen sich die Kosten um die vereinbarte jährliche Selbstbeteiligung.

     

    Eigenhändige Tarifwechsel oder Einschaltung von Maklern?

    Im Prinzip ist es einfach, den PKV Tarif zu wechseln. Der Versicherer kann schriftlich aufgefordert werden, andere Tarife mit gleichem Leistungsprofil zu nennen.

    Ein Hinweis darauf, dass er dazu nach Paragraph sechs der Informationspflichtenverordnung zum Versicherungsvertragsgesetz verpflichtet ist, kann nicht Schaden.

    Allerdings ist es recht fraglich, ob der Versicherungsnehmer auf diese Weise den besten Tarif erwischt. Besser scheint es zu sein, einen unabhängigen Versicherungsmakler zu beauftragen.

    Einige Makler können über das Internet gefunden werden, so zum Beispiel die DgfP, dass Portal beitragsoptimierung24 oder widge.de. Es handelt sich um Beispiele aber nicht um Empfehlungen.

    Auf Tarifwechsel spezialisierte Versicherungsmakler verfügen häufig über umfangreiche Datenbanken, mit deren Hilfe sie die Preise einzelner Tarife mit vergleichbaren Leistungen gegenüberstellen können.

    Ihre Dienstleistung besteht im Erstellen eines Gutachtens. Außerdem helfen sie bei der Abwicklung des Tarifwechsels, vor allem wenn die Versicherungsgesellschaften Probleme machen.

    Häufig wird ein Erfolgshonorar vereinbart. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach den eingesparten Prämien. Üblich sind dann das Dreifache oder Vierfache eines eingesparten Monatsbeitrags.

    Häufig wird die Vorbereitung des PKV Tarifwechsel auch gegen ein Pauschalhonorar oder gegen Stundenhonorare angeboten.