Die Süddörfer Rantum und Hörnum auf Sylt

    Rantum und Hörnum liegen auf der südlichen Sandnehrung von Sylt. Beide Dörfer haben einen deutlich anderen Charakter als das geschäftige Westerland oder das mondäne Kampen. Sie sind eher verträumt und liegen etwas seit ab vom Trubel.

    Vor allem Hörnum galt früher als “Underdog“ unter den Inselorten. Oder anders ausgedrückt: Hörnum soll einen schlechten Ruf gehabt haben. Anständige Sylter gingen da nicht hin, so sagt man. Doch das hat sich unterdessen grundlegend geändert.

    Hörnum – der südlichste Ort der Insel Sylt

    Im Süden der Insel Sylt liegt Hörnum. Vom Hafen aus fahren Ausflugsschiffe nach Amrum,
    Föhr, zu den Halligen, zu den Seehundsbänken und mehr.

    Ein schöner Weststrand, ein schöner Oststrand, ein eindruckvoller Leuchtturm, eine hervorragende Golfanlage und die berühmte Hörnum-Odde. Das ist Hörnum kurz umrissen.

    Auch wenn die Odde, die Südspitze, fast in jedem stürmischen Winter Strand hergeben muss – ein Spaziergang um die Odde ist herrlich.

    Hörnum auf Sylt geht zurück auf Ansiedlungen von Fischern und vermutlich auch Seeräubern. Ende des 19. Jahrhunderts lässt die HAPAG einen Hafen mit Anleger bauen.

    So kommen die ersten Badegäste von Hamburg nach Sylt. Die meisten steigen dort gleich in die Inselbahn, um Richtung Westerland zu fahren.

    Der Leuchtturm entsteht 1907. Erst mit der militärischen Aufrüstung in den 30ern wird in Hörnum mehr gebaut. Das prägt heute noch den eher eigenwilligen Charme der Gemeinde.

    Ein Anziehungspunkt ist der Hafen mit seinem Ausflugsschiffsbetrieb. Das Drumherum bietet Krabbenkutter, Flohmärkte und mehr, manchmal auch Willi.

    Willi? Das ist eine Kegelrobbendame, die in den letzten Jahren in jedem Frühjahr abgemagert zum Hörnumer Hafen kommt, um sich im Laufe des Sommers von Syltern und Gästen füttern zu lassen.

    Von der Mole und der Promenade aus hat man den besonders schönen Blick auf die Nachbarinseln Amrum und Föhr.

    Folgt man dieser Blickrichtung, bewegt man sich am Leuchtturm vorbei direkt auf die Odde zu. Die Odde, das ist die sturmgebeutelte Südspitze der Insel Sylt.

    Vor einigen Jahren drang die See dort in das Muscheltal. Dabei wurde die südwestliche Randdüne abgetrennt und die Insel verlor in relativ kurzer Zeit mehrere hundert Meter.

    Geht man um die Odde, bekommt man auch eine Ahnung von den dort herrschenden Naturgewalten. Selbst bei nicht so rauer See sieht man, wie die Strömungen aufeinander treffen.

    Baden ist dort extrem gefährlich und strengstens verboten. Zum Baden bietet sich der herrliche Weststrand und ebenso der nahe am Hafen gelegene Oststrand.

    Was ich in Hörnum gern mache? Vom Oststrand aus unterhalb des Leuchtturms rechts in das kleine Wäldchen gehen.

    Weiter westlich bis zu dem Weg der links direkt in die Dünen der Odde führt. Östlich halten und am Wasser entlang zurück zum Leuchtturm.

    Rantum – das kleine Dorf an der schmalsten Stelle der Insel Sylt

    Wenn man südlich aus Westerland herausfährt, kommt man in wenigen Minuten nach
    Rantum, wo die Insel Sylt nur einige hundert Meter breit ist.

    Bei einem kurzen Spaziergang kann man sowohl den herrlichen Weststrand wie auch das malerische Wattenmeer genießen.

    Alt-Rantum

    Rantum – ein ganz altes Dorf auf der Insel Sylt? Ja und nein.

    Alt-Rantum hatte eine dramatische Vergangenheit. Das Dorf nahe der Westküste, wurde immer wieder von wandernden Dünen verschlungen.

    Die letzten Häuser von Alt-Rantum wurden Anfang des 19. Jahrhunderts unter Sand begraben.

    Heute ist Rantum ein beliebter Ferienort für alle, die nicht den ganz großen Rummel wollen.
    Ferienort in den Dünen

    Am Ortseingang schmiegt sich ein schöner Campingplatz an das Rantum-Becken, und direkt am Weststrand ist mit dem Söl’ring Hof ein erstklassiges Hotels gelegen.

    Der Ortskern wird bestimmt von reetgedeckten Ferienhäusern. Die verbliebenen Kasernen sind u.a. umfunktioniert zu Ferienheimen. Eine neue Hotelanlage mit Wellnessbereich ist im Bau.

    Zwölf Kilometer vom herrlichen Weststrand gehören zu Rantum. Hier kann sich der Gast am belebten Hauptstrand vergnügen oder außerhalb ein einsames Plätzchen suchen.

    Empfehlenswert ist ein Spaziergang über die Holzwandelbahn auf den Dünen in Höhe des Ortskerns.

    Herrlich auch ein Rundgang: Von Tadjem-Deel am Weststrand entlang bis zum Restaurant Seepferdchen, dort nach Osten und am Wattenmeer zurück. Eine urige Atmosphäre hat der winzig kleine Hafen. Er liegt am Watt in der Nähe der Sylt-Quelle.

    Sylter-Quellwasser

    Sie ist mein Lieblingsplatz in Rantum. Unten im Bistro gibt es Sylter-Quellwasser und natürlich viele andere Leckerbissen. Das Beste aber wird in der ersten Etage geboten.

    Der große, stille Raum birgt Kunstausstellungen und erlaubt einen wunderbaren weiten Blick über das Rantum-Becken (vgl. auch: „Das Rantum-Becken – ein einzigartiges Naturschutzgebiet auf der Insel Sylt“).

    Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski