Renditeimmobilien gegen Inflation

    Soll man in Renditeimmobilien investieren? Diese Frage wird zunehmend diskutiert, seitdem in Deutschland Inflationssorgen die Runde machen.

    Eigentlich gibt es keinen Grund, sich über eine Inflation Gedanken zu machen, jedenfalls mittelfristig nicht. Die Wirtschaftskrise ist noch nicht überwunden, und die Inflation im März 2009  markierte ein Rekordtief.

    Allerdings haben die Industriestaaten eine Menge Geld in den Wirtschaftskreislauf gepumpt, weswegen manche Fachleute von außergewöhnlich hohen Inflationsraten in einigen Jahren ausgehen. Ob solche Prognosen zuverlässig möglich sind, weiß allerdings kein Mensch.

    Sachwerte inflationssicher?

    Wie auch immer: Die Investition in Sachwerte, wie der Erwerb von Renditeimmobilien, gilt nach wir vor als der beste Schutz vor Geldentwertung.

    Wer eine solche Investition teilweise fremdfinanziert, profitiert zusätzlich davon, dass er gutes Geld mit schlechtem Geld zurückzahlt. Denn Schulden verlieren im Gleichschritt mit der Inflation an Wert.

    Richtig genießen kann der Schuldner eines Hypothekendarlehens diese Entwicklung allerdings nur, wenn seine Einkünfte im Gleichschritt mit der Inflation zunehmen.

    Renditen in Deutschland gering

    Allerdings ist die Investition in Immobilien keine Wunderwaffe. So hat eine neue Studie ergeben, dass die durchschnittliche Rendite bei Immobilien in Deutschland unter der Inflationsrate zurückbleibt. Nur in bestimmten Ballungsgebieten soll dies anders sein.

    Also bieten Renditeimmobilien doch keinen Schutz vor Inflationsfolgen? Doch, sie tun es, wenigstens im Prinzip. Weswegen die Immobilien im Durchschnitt langfristig nicht mit der Inflationsrate mitgehalten haben, hat andere Gründe.

    Einige davon sind die negative Bevölkerungsentwicklung, die langen Phasen der Wirtschaftsschwächen in Deutschland und nicht zuletzt auch die eine oder andere gesetzliche Vorschrift.

    Immobilien sind nur dann eine solide Investition, wenn vor ihrer Anschaffung eine gründliche und fachmännische Auswahl getroffen wird, wie bei jeder anderen Geldanlage auch.

    Die richtige Auswahl entscheidet

    Wer eine vernünftige Rendite mit Immobilien erwirtschaften will, der muss auf ein Schnäppchen warten können. Das setzt Geduld voraus.

    Vielleicht muss man hunderte von Objekten prüfen, bevor man eine lukrative Renditeimmobilie gefunden hat, vielleicht tausend. Und man muss eine professionelle Verwaltung der Immobilie organisieren. Wenn man es nicht selber kann, dann mir fremder Hilfe.

    Wichtige Fragen hierbei: Welche Erträge können bei optimaler Verwaltung erwirtschaftet werden, und wie sicher sind die Mieteinnahmen in der Zukunft? Welche Kosten können entstehen? Wie soll die Finanzierung aussehen (wie viel Eigenkapital, wie viel Fremdkapital) auch vor dem Hintergrund der zu erwartenden Einnahmen.

    Ist mit einer Wertsteigerung zu rechnen unter Berücksichtigung der Lage der Immobilie? Welche steuerlichen Auswirkungen hat die Anschaffung einer Renditeimmobilie im konkreten Fall?

    Eine wichtige Faustregel ist: Der Kaufpreis sollte nicht höher sein als das 15 bis 20fache der jährlichen Mieteinnahmen.

    Geht man diesen Fragen ernsthaft nach, ist man vor übereilten Käufen weitgehend sicher.

    Auch bei Investitionen in Immobilienfonds sollten all diese Fragen beantwortet werden. Plant man eine Investition in ausländische Immobilien, ist eine besonders sorgfältige Prüfung der Renditeaussichten anzuraten.

    Hochglanzbroschüren, in denen Traumrenditen versprochen werden, gehören in den Papierkorb. Eine Immobilie, die man nicht selbst gesehen und beurteilt hat, sollte übrigens niemals gekauft werden, auch nicht als Renditeimmobilie.