Restschuldversicherung, Arbeitslosigkeit, Selbständigkeit

    Die drei Begriffe Restschuldversicherung, Arbeitslosigkeit und Selbständigkeit skizzieren ein bestimmtes Problem: Wann wird ein Selbständiger arbeitslos im Sinne einer abgeschlossenen Restschuldversicherung?

    Oder – anders ausgedrückt – unter welchen Voraussetzungen zahlt die Restschuldversicherung, wenn ein Selbständiger, Freiberufler oder Gewerbetreibender seinen Betrieb aufgibt und den aufgenommenen Kredit nicht mehr bedienen kann?

    Restschuldversicherung mit Fallstricken

    Kreditgeber erwarten gerade in schwierigen wirtschaftlich unsicheren Zeiten häufig den Abschluss einer Restschuldversicherung.

    Es kommt vor, dass Banken ihren Kunden zu verstehen geben, dass ohne Abschluss einer Restschuldversicherung die Bonität nicht ausreicht, um den Kredit zu gewähren.

    Restschuldversicherungen sichern die Kreditrisiken im Todesfall, bei Krankheit und Unfall ab; und zunehmend tritt die Restschuldversicherung bei Arbeitslosigkeit ebenfalls ein.

    Der Abschluss einer Restschuldversicherung will gut überlegt sein. Regelmäßig erhöhen sich die Kosten für einen Kredit dadurch erheblich, und oft ist die Restschuldversicherung mit Haken und Ösen verbunden.

    Die Restschuldversicherung bei Arbeitslosigkeit ist ein gutes Beispiel dafür. Häufig tritt sie erst ein, wenn der Versicherte eine gewisse Zeit arbeitslos war und dann auch nur für eine bestimmte Dauer.

    Nicht selten gibt es außerdem Wartezeiten. Wer vor bösen Überraschungen sicher sein will, sollte sich deshalb die Vertragsbedingungen der gewünschten Restschuldversicherung genau anschauen.

    Arbeitslosigkeit bei Selbständigen

    Das gilt vor allem für die gewünschte Restschuldversicherung bei Arbeitslosigkeit.
    Bei Arbeitnehmern bereitet die Feststellung der Arbeitslosigkeit keine Schwierigkeiten.

    Anders bei Selbständigen. Hier sind die Eintrittsvoraussetzungen der Restschuldversicherung bei Einkommensverlust deutlich schwieriger zu ermitteln. Interessanterweise spielt dabei die Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung eine große Rolle.

    Viele Banken – nicht alle – definieren damit, wann der Versicherungsfall eintritt und wann jemand selbständig im Sinne der Restschuldversicherung ist.

    Selbständig ist danach, wer gewerblich oder freiberuflich tätig ist und in den beiden Kalenderjahren vor dem Jahr der Kreditaufnahme damit ein zu versteuerndes Jahreseinkommen in Höhe von mindestens 40 % der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung erzielt hat. Es gelten die Bemessungsgrenzen, die jeweils für die betreffenden Jahre festgesetzt wurden.

    Liegt diese Voraussetzung vor, wird eine „Restschuldversicherung bei Arbeitslosigkeit“ für Selbständige abgeschlossen.

    Versicherungsfall

    Die zahlt, wenn der Betrieb aufgegeben wird, weil er unrentabel ist oder kein auskömmliches Einkommen mehr abwirft. Dazu muss die gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit eingestellt werden, und es darf auch keine andere entgeltliche Tätigkeit ausgeübt werden.

    Außerdem muss der Selbständige nachweisen, dass er nach Arbeit sucht, z. B. durch offizielle Arbeitslosmeldung.

    Der Versicherungsfall tritt nur ein, wenn die selbständige Tätigkeit aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wurde.

    Wann das der Fall ist, wird wiederum mit Hilfe der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung definiert. In den sechs Monaten vor Geschäftsaufgabe dürfen die Einkünfte nicht mehr als 20 % der Betragsbemessungsgrenze betragen haben.

    Selbständige, die eine „Restschuldversicherung bei Arbeitslosigkeit“ abschließen wollen, sollten sich in jedem Fall besonders gründlich mit den Vertragsbedingungen auseinandersetzen.