Richtig lüften und Energie sparen

    Energie sparen durch richtiges Lüften, das ist natürlich in erster Linie ein Thema für die kalte Jahreszeit. Ein ständig angekipptes Fenster kann die Heizkosten um einige 100 € jährlich erhöhen.

    Richtiges Lüften ist aber nicht nur unter dem Aspekt der Energieeinsparung wichtig. Es sorgt darüber hinaus für ein gesundes Klima in der Wohnung und verhindert Schimmelbildung, durch die Allergien ausgelöst werden können.

    Mit Lüften sorgt man für den nötigen Sauerstoff in der Wohnung, so wird häufig angenommen. Doch so gut wie niemals fehlt es in geschlossenen Räumen am ausreichenden Sauerstoff. Die wichtigste Funktion des Lüftens sind vielmehr die Regulierung der Luftfeuchtigkeit in den Räumen und der Austausch von alles verbraucht empfundener, genauer: schlecht riechender, Luft.

    Lüften: wie lange und wie oft?

    Über die Dauer und die Häufigkeit des Lüftens von Wohnraum scheint es unterdessen ganze wissenschaftliche Abhandlungen zum Lüften zu geben. Sie enthalten Angaben darüber, welche Räume wann und wie lange unter Einhaltung energieschonender Methoden belüftet werden sollten.

    Natürlich kann man versuchen, sich an diese Vorgaben zu halten, was unter Umständen recht schwierig werden kann.

    In welchem Umfang man seine Wohnung lüftet, ist zunächst einmal weniger eine wissenschaftliche Frage als vielmehr eine Frage des Wohlbefindens. Wer ein Fenster öffnen möchte, weil er die Luft als verbraucht empfindet, sollte dies tun – so lange und so oft er möchte und unabhängig von der Jahreszeit.

    Sehr oft wird jedoch nicht zu lange und zu oft, sondern eher zu wenig gelüftet. Oder es wird in einer Weise gelüftet, die zu keinem effektiven Luftaustausch bzw. zu keiner Verringerung der Luftfeuchtigkeit führt.

    Gelüftet werden sollten alle Räume morgens und abends so lange, bis die Wohnraumluft als angenehm empfunden wird. In vielen Fällen erreichen dazu 5 – 10 Minuten. Im Winter sollte die Heizung während des Lüftens ausgestellt werden. Die Räume dürfen jedoch nicht auskühlen.

    An heißen Sommertagen sollte früh morgens oder spät abends gelüftet werden, damit „die Hitze draußen bleibt“. Häufig genutzte Räume sollten zusätzlich über Tag ein bis zweimal kurz gelüftet werden.

    Bildet sich Feuchtigkeit an den Fensterscheiben oder an den Außenwänden, ist sofortiges Lüften empfehlenswert.

    Weitere Tipps

    1. Stoßlüften und durchlüften. Alle Fenster vollständig öffnen und durch Öffnen aller Türen für Durchzug sorgen, um einen optimalen Luftaustausch zu gewährleisten.
    2. Bäder, Küchen, Waschküchen, Trockenböden sofort nach der Nutzung lüften. Dann aber die Türen zu den anderen Räumen schließen.
    3. Fenster auf Kippe zu stellen, kann als angenehm empfunden werden, dient aber nicht einer optimalen Belüftung. Im Winter besteht die Gefahr der Auskühlung von Wänden. Die Folge davon kann Schimmelbildung sein.
    4. Auf Luftfeuchtigkeit achten. Am einfachsten geschieht dies mit einem kleinen Hygrometer, der zusätzlich mit einem Thermometer ausgestattet ist. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 35 und 65 % liegen.
    5. Altbauwohnungen besonders gut lüften, vor allem wenn neue Isolierglasfenster eingebaut wurden, aber auf Dämmmaßnahmen an den Wänden verzichtet wurde.
    6. Bei kalter Außentemperatur nur kurz lüften. Ist es draußen sehr warm, früh morgens oder spät abends oder in der Nacht lüften.
    7. Während des Lüftens Heizungen klein stellen oder ganz abschalten. Bei Fußbodenheizungen lohnt sich dies allerdings nur, wenn die Heizung trocknen verbaut ist ohne viel Bausubstanz über der Heizanlage.
    8. Badezimmer & Waschküchen ohne Abluftanlage sofort nach Nutzung über die Fenster anschließender Räume lüften. Alle anderen Türen schließen.

    Keller richtig lüften

    Durch falsches Lüften des Kellers kann das Gegenteil von dem bewirkt werden, was eigentlich erreicht werden soll. In der Regel sind Keller deutlich kühler als die Außenluft, vor allem im Sommer.

    Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Wird zu viel warme Luft zugeführt, die dann im Keller abkühlt, kondensiert Wasser, die Wände werden feucht. Schimmelbildung ist die Folge.

    Deswegen sollten Keller immer nur kurz gelüftet werden und an heißen oder feuchten Tagen überhaupt nicht. Im Sommer nur früh morgens lüften.

    Im Winter ebenfalls nur kurz lüften, bei hoher Luftfeuchtigkeit überhaupt nicht. Keller sollten vor allem an trockenen und kalten Tagen gelüftet werden.

    Schimmelbildung vermeiden

    Durch richtiges Lüften kann Schimmelbildung weit gehend vermieden werden. Schimmel bildet sich gerne an (nicht hinreichend isolierten) Außenwänden, weil die Temperatur unmittelbar an den Außenwänden kälter ist als die übrige Zimmertemperatur und deshalb dort Feuchtigkeit kondensiert.

    • Deswegen wird geraten, keine großen Möbelstücke an Außenwände zu stellen. Überhaupt sollten Möbel niemals direkt an die Wand, sondern immer mit etwas Abstand von etwa 5-8 cm gestellt werden.
    • Nicht genutzte Räume sollten im Winter leicht beheizt werden, damit die Temperaturunterschiede zu den anderen Räumen nicht zu groß sind.
    • Hat sich Schimmel gebildet, muss er sofort entfernt werden. Schimmel beeinträchtigt nicht nur die Luftqualität, sondern kann auch zu Allergien und sogar zu Lungenerkrankungen führen. Schimmel ist immer ein Zeichen für falsches und damit im Winter auch energieverschwendendes Lüften.
    • Oberflächlicher Schimmel kann mit Alkohol, Spiritus oder Chlorreiniger entfernt werden. Lässt sich der Schimmel auf diese Weise nicht einfach beseitigen, sollte ein Fachmann beauftragt werden.

    Belüftungsanlagen

    Bei einer optimalen Isolierung der Wohnung können Belüftungsanlagen Sinn machen. Man kann sie zentral für die ganze Wohnung einsetzen oder nur für einige Räume (zum Beispiel für das Badezimmer). Soweit der Luftaustausch durch Belüftungsanlagen sichergestellt wird, können Stoßlüftungen auf ein Mindestmaß beschränkt werden.

    Wird herkömmlich gelüftet, sollten die Abluftventilatoren abgeschaltet werden.

    Moderne Lüftungssysteme sind mit einem Wärmetauscher ausgestattet, mit dem sich bis zu 80 % der Wärme auf die Frischluft übertragen lässt. Für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung gibt es Fördermöglichkeiten. Die Technologie hilft darüber hinaus, Heizenergie zu sparen.

    Lüftungssysteme können zudem mit besonderen Filtern gegen Allergene und andere Mikroorganismen ausgestattet werden. Davon profitieren Allergiker und Menschen mit Immunschwächen besonders.

    Allerdings ist der Einbau von Lüftungsanlagen verhältnismäßig teuer, besonders wenn eine Altbauwohnung nachträglich mit einem Belüftungssystem ausgestattet wird. Zudem entstehen Kosten durch erhöhten Stromverbrauch und regelmäßige Wartungsarbeiten.

    Energie sparen durch richtiges Lüften, das ist natürlich in erster Linie ein Thema für die kalte Jahreszeit. Ein ständig angekipptes Fenster kann die Heizkosten um einige 100 € jährlich erhöhen.

    Richtiges Lüften ist aber nicht nur unter dem Aspekt der Energieeinsparung wichtig. Es sorgt darüber hinaus für ein gesundes Klima in der Wohnung und verhindert Schimmelbildung, durch die Allergien ausgelöst werden können.

    Mit Lüften sorgt man für den nötigen Sauerstoff in der Wohnung, so wird häufig angenommen. Doch so gut wie niemals fehlt es in geschlossenen Räumen am ausreichenden Sauerstoff. Die wichtigste Funktion des Lüftens sind vielmehr die Regulierung der Luftfeuchtigkeit in den Räumen und der Austausch von alles verbraucht empfundener, genauer: schlecht riechender, Luft.