Riester Guthaben zur Eigenheimentschuldung

    Seit Anfang 2014 kann das angesparte Riester Kapital jederzeit zur Tilgung von Immobilienkrediten herangezogen werden, ohne die staatlichen Vergünstigungen zu verlieren. Ebenso ist der Erwerb einer eigengenutzten Immobilie möglich.

    Früher war eine Entschuldung mit Riester Guthaben erst zu Beginn der Auszahlungsphase, also bei Renteneintritt, zugelassen.

    Eine Veränderung ist außerdem beim Wohn Riester eingetreten. Umschuldungen und Anschlussfinanzierungen mit dem Riester Kredit oder dem Riester Basisdarlehen sind jetzt unabhängig vom Erwerbszeitpunkt möglich. Es spielt keine Rolle mehr, ob die Immobilie vor 2008 gebaut bzw. erworben wurde oder danach.

    Schließlich kann das Riester Guthaben jetzt auch zur altersgerechten Sanierung einer bestehenden Immobilie herangezogen werden. Der dafür verwandte Betrag muss allerdings wenigstens 6.000 € betragen. Die Hälfte davon muss der Finanzierung von Maßnahmen dienen, die der DIN Vorschrift 18040 – 21 für barrierefreies Bauen genügen.

     

    Wann lohnt sich der Einsatz von Riester Guthaben?

     

    Wirtschaftlich rechnet sich die Verwendung von Riester Kapital, wenn die Schuldzinsen die Rendite aus dem Riester Produkt übersteigen.

    Besonders bei Altschulden, die vor der Finanzkrise aufgenommen wurden, um eine Immobilie zu finanzieren, sind die Zinsen hoch. Wer über einen Riester Vertrag mit relativ geringer Rendite aber nennenswertem Kapital verfügt, für den lohnt sich grundsätzlich eine Ablösung des bestehenden Hauskredits mit dem Riester Guthaben.

     

    Welche Voraussetzungen müssen beim Hauskredit vorliegen?

     

    Das Problem sind die Vorfälligkeitsentschädigungen. Ob und in welcher Höhe sie bei einer vorzeitigen Kreditablösung anfallen, ergibt sich aus dem Darlehensvertrag und kann durch eine Anfrage beim Kreditgeber gegengecheckt werden.

    Vorfälligkeitsentschädigungen machen eine vorzeitige Ablösung oder eine Umschuldung sehr oft unwirtschaftlich. Während der Zinsbindung ist der Kreditgeber grundsätzlich nicht verpflichtet, einer Ablösung zuzustimmen.

    Allerdings kann der Darlehensnehmer jede Hausfinanzierung nach zehn Jahren kündigen, gleichgültig ob die Zinsbindungsfrist noch besteht oder nicht. Außerdem enthalten viele Verträge das Recht auf Sondertilgungen, deren Höhe im Darlehensvertrag festgelegt ist.

     

    Was ist beim Riester Vertrag zu beachten?

     

    Es müssen mindestens 3.000 € entnommen werden und außerdem müssen 3.000 € im Riester Vertrag stehen bleiben.

    Darüber hinaus müssen die im Riester Vertrag vorgesehenen Kündigungsfristen eingehalten werden. Bei Versicherungen beispielsweise ist in der Regel eine Kündigung nur zum Ende des Versicherungsjahres möglich.

    Die geplante Entnahme muss zuvor von der Zertifizierungsstelle für Altersvorsorge und Basisrentenverträge (gegenwärtig das Bundeszentralamt für Steuern) genehmigt werden. Die entsprechenden Antragsunterlagen können schriftlich angefordert werden.

    Nach der Einwilligung des Amtes kann der Betroffene über das entsprechende Kapital verfügen. Allerdings muss das mit dem abzulösenden Darlehen ursprünglich finanzierte Objekt Riester fähig sein, also den eigenen Wohnzwecken dienen.

    Die Ablösung von Krediten für Gewerbeimmobilien oder für Immobilien, die Vermietungszwecken dienen, ist also nicht möglich.