Sabine, Atchafalaya und Mississippi

    Was hat Sabine mit dem Mississippi zu tun, und wer ist Atchafalaya? Wer Mississippi liest, ahnt es schon. Auch die beiden anderen sind bemerkenswerte amerikanische Flüsse.

    Wer auf der Interstate 10 (I 10) Louisiana durchquert, kreuzt sie alle drei. Umgeben von unendlichen und etwas unheimlich erscheinenden Sumpfgebieten, bilden sie wesentlich die berühmten „Swamps“, die man mit Louisiana verbindet.

    Die Teilstrecke der I 10 in Louisiana ist 274,42 Meilen lang, also gut 440 km. Selbst wer sie in einer Tagestour durchfährt, kann ein paar großartige Eindrücke mitnehmen.

    Wenn man in den USA über die Grenzlinie der beiden Staaten Mississippi/Louisiana fährt, erreicht man schnell das Kreuz, wo geradeaus die I 12 den kürzeren Weg nach Baton Rouge bildet und Highway 11 nach Norden führt. Die I 10 geht quasi links ab.

    New Orleans

    Sie führt schnell nach New Orleans. „Jazz“ schwirrt einem durch den Kopf, aber auch die Erinnerung an den furchtbaren Hurrikan „Kathrina“ wird wach.

    Ein Stopp ist also unverzichtbar. Und wenn man im berühmten „French Quarter“ ist, ist man gleichzeitig hautnah am gewaltigen Mississippi.

    Oak Alley Plantation und Baton Rouge

    Wer Zeit genug hat, sollte zwischen New Orleans und Baton Rouge eine Nebenstrecke fahren, um mehrere Eindrücke vom „Old Man River“ Mississippi zu bekommen.

    Am Rande kann man „Plantations“ besuchen. Praktisch direkt am Fluss liegt z.B. die häufig abgebildete „Oak Alley Plantation“.

    Wer auf der I 10 bleiben will, sollte in Baton Rouge, der Hauptstadt von Louisiana, einen Stopp einlegen.

    Wenn man in Downtown Halt macht, kann man vom alten „Heidelberg“ Hotel (Hilton) zum burgartigen „Old State Capitol“ von 1849 schlendern und dort die Straße zur Riverfront überqueren.

    Hier hat man einen großartigen Eindruck von dem riesigen und lebendigen Mississippi und einen direkten Blick auf die enorme Brücke im Verlauf der I 10.

    Die Pkws und Lkws wirken wie Spielzeugautos. Wenn man nachher selbst dort oben fährt, verabschiedet man sich nicht nur von Baton Rouge, sondern gleichzeitig vom Mississippi.

    Atchafalaya Basin

    Es braucht nicht lange, dann erreicht man das Atchafalaya Basin. Mittendrin fließt der Atchafalaya, doch weit vorher beginnen die Swamps.

    Das Ausmaß kann man sich ungefähr vorstellen, wenn man weiß, dass hier die I 10 für 18 Meilen (knapp 29 km) auf Stelzen durch die Sümpfe führt.

    Mittendrin und von beiden Seiten der I 10 zu erreichen, liegt das Atchafalaya Welcome Center. Dort gibt’s Kaffee und hilfreiche Informationen. Man bekommt vielleicht Lust auf eine Swamp Tour.

    Dabei sind viel Wasser, Vögel, großartige Zypressen und die ganze Breite der aktuellen Sumpfpflanzen garantiert und aus einer Vielzahl von Blickwinkeln zu sehen.

    Eindrucksvoll sind die riesigen Stelzen der I 10 aus der Sumpfperspektive. Ob sich Alligator und Co. sehen lassen, weiß man vorher nicht.

    Sabine River

    Für die Etappe zum Sabine River braucht man etwas länger. In Höhe von Lafayette hat man etwa die Hälfte der I 10 in Louisiana hinter sich.

    Vielleicht ein Grund zu stoppen, um in der 1821 von Franzosen gegründeten Stadt einen Eindruck von der Cajun und Creole Kultur zu bekommen und die originelle Küche zu genießen.

    Wir konzentrieren uns auf die Flüsse und bis zum Sabine River, der die Grenze zu Texas bildet, sind es noch etliche Meilen. Endlich verrät das Schild „Sabine River“, der dritte Fluss ist nicht mehr weit.

    Die I 10 kreuzt den bemerkenswert breiten Fluss und schon ist man in Texas. Sabine River ist auch von einer Sumpflandschaft umgeben, dem Blue Elbow Swamp. Der Name „Blue Elbow“ – blauer Ellenbogen – wurde gewählt, weil der Fluss dort eine scharfe Biegung macht.

    Tony Houseman State Park and Wildlife Management Area

    Die Tony Houseman State Park and Wildlife Management Area bietet Gelegenheit, die reichhaltige Vogelwelt zu beobachten.

    Ansonsten ist die Sumpflandschaft schwer zugänglich und wird es weitgehend bleiben wegen der enormen und teilweise bedrohten Artenvielfalt.

    Allerdings ist ein „Nature Trail“ in Planung. Für einen schönen kurzen Eindruck lohnt sich ein Stopp beim Travel Information Center auf texanischer Seite.

    Dort führt ein ausgiebiges Stegsystem in den Sumpf. Die Vegetation reicht von zarten Blüten bis zu abgestorbenen Bäumen. Vögel, Fische und Schildkröten kann man meist reichlich beobachten, seltener auch Waschbären, Schlangen und Alligatoren.

    Wer Louisiana auf der Interstate 10 durchfährt, bekommt Lust auf einen längeren Aufenthalt in Louisiana, auf Swamp Tours, Jazz, Plantations und mehr.

    Die Städte New Orleans und Baton Rouge mit dem Mississippi sind das Herzstück.

    Aber auch Lafayette, das Atchafalaya Basin und Sabine River garantieren eindrucksvolle Naturerfahrungen und Einblicke in die Cajun und Creole Kultur.

    Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski