Schufa Eigenauskunft

    Vom 1. April 2010 bis zum 24. Mai 2018 gab es die SCHUFA Eigenauskunft. Sie konnte als Selbstauskunft kostenlos einmal im Jahr erteilt werden. Ab dem 25. Mai 2018 heißt die Eigenauskunft Datenkopie. Die Datenkopie ist ebenfalls kostenlos. Sie kann aber mehrmals im Jahr angefordert werden.

    Unter Berücksichtigung der neuen Rechtslage hat die SCHUFA einige Anpassungen bei der Eigenauskunft vorgenommen.

    Kostenlos nur für den eigenen Gebrauch

    Kostenlos ist die Schufa Eigenauskunft allerdings weiterhin nur, wenn sie ausschließlich für den Eigengebrauch beantragt wird.

    Möchte man eine Schufa Selbstauskunft, um sie Geschäftspartnern vorzulegen, dem Arbeitgeber, dem Vermieter oder einer Bank beispielsweise, ist das kostenpflichtig. Die Gebühr für die SCHUFA-BonitätsAuskunft beträgt zur Zeit 29,95 Euro.

    Eine weitere Art der Selbstauskunft ist SCHUFA kompakt. Die laufende Gebühr beträgt 3,95 Euro monatlich (Mindestlaufzeit: ein Jahr), die Einrichtungsgebühr wird mit 9,95 Euro berechnet.

    Wer SCHUFA kompakt wählt, erhält einen Nachlass auf die SCHUFA Bonitätsauskunft, die dann nur noch 14,95 Euro statt 29,95 Euro beträgt.

    Eigenauskunft heißt bei der SCHUFA „Datenübersicht“(Rechtslage bis zum 24. Mai 2018)

    Die Website der Schufa ist ein wenig unübersichtlich, und man braucht einen Moment, um sich zurechtzufinden. Die kostenlose Schufa Eigenauskunft springt nicht sofort ins Auge, weil sie bei der Schufa „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz“ heißt.

    Die Datenübersicht/Schufa Eigenauskunft kostenlos kann über www.meineschufa.de bestellt werden und außerdem beim Schufa Verbraucherzentrum, Postfach 102166, 44721 Bochum. Gleiches gilt, soweit ersichtlich, für die kostenpflichtige Schufa Selbstauskunft.

    Die kostenlose Schufa Eigenauskunft enthält alle Informationen, die bei der Schufa gespeichert sind sowie woher sie stammen und an wen sie weitergegeben worden sind. Außerdem umfasst sie die an Dritte übermittelten Schufa-Scorewerte.

    Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO (Rechtslage ab 25. Mai 2018)

    Achtung! Die kostenlose SCHUFA Selbstauskunft heißt seit Einführung des neuen Datenschutzrechts Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO). Positiv ist, dass die Datenkopie mehrfach im Jahr angefordert werden kann.

    Die Datenkopie kann mit einem Onlineformular beantragt werden.

    Es gibt zwei Möglichkeiten:

    Sie laden eine Kopie Ihres Personalausweises bzw. Ihres Reisepasses zuzüglich Meldebescheinigung mithilfe des dokumentenuploads hoch und wickeln die Bestellung vollständig online ab.

    Sie nutzen den Postweg und versenden die Unterlagen im üblichen Verfahren.

    Soweit ersichtlich, wird Ihnen die Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO immer mit der Post zugesandt.

    https://www.meineschufa.de/index.php?site=11_3

    Zum Inhalt der Datenkopie macht die SCHUFA folgende Angaben:

    Mit der Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO) erhalten Sie Auskunft über die zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten. Sie erfahren, woher diese stammen und an wen sie weitergeleitet wurden. Bitte beachten Sie, dass die Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO) nur eine Momentaufnahme ist, die lediglich Ihrer persönlichen Information dient. Sie bietet keinen Schutz Ihrer Privatsphäre und sollte aus diesem Grund vertraulich behandelt werden.

    Folgende Daten werden mitgeteilt:

    Alle bei der SCHUFA gespeicherten Anschriften (gegenwärtige und frühere) sowie das Geburtsdatum.

    SCHUFA Eintragungen, die Partnerunternehmen der Wirtschaftsauskunftei veranlasst haben.

    Bonitätsanfragen und Identitätsabfragen von Unternehmen. Solche Anfragen sind vor Vertragsschlüssen üblich.

    Der individuelle Basisscore. Der Basisscore wird an Partnerunternehmen nicht weitergegeben.

    Branchenscores, die während der letzten zwölf Monate an Partnerunternehmen der SCHUFA übermittelt wurden.

    Verbraucherschützer kritisieren Unübersichtlichkeit

    Zwar ist die Schufa Eigenauskunft kostenlos, aber nach Auffassung von Verbraucherschützern auch weitgehend unbrauchbar.

    Demgegenüber besteht die Schufa darauf, dass die Eigenauskunft den gesetzlichen Anforderungen entspricht (Slogan: Wir schaffen Vertrauen).

    Nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbands beinhaltet die Eigenauskunft eine Übersicht, die „schwer lesbar und irreführend“ ist.

    Es werde nicht deutlich, wie die angegebenen Daten in das Scoring hineinspielen.

    SCHUFA Bonitätsauskunft für nur 29,95 € das Stück

    Neben der kostenlosen Datenübersicht nach Paragraph 34 des Bundesdatenschutzgesetzes bietet die SCHUFA noch die so genannte Bonitätsauskunft an. Sie kostet 29,95 € brutto, wenn man sie gesondert bestellt.

    Wer sich auf der Webseite der SCHUFA anmeldet, kann das oben geschilderte aber Abonnement bestellen und erhält die SCHUFA Auskunft dann online.

    Das ganze hat also seinen Preis, aber dafür gibt es auch was. Wird die Bonitätsauskunft in Papierform geliefert, für auf der Webseite registrierte Kunden dann nur noch 9,95 € zusätzlich, ist sie auf Sicherheitspapier gedruckt mit Kopierschutz und Wasserzeichen.

    Die Bonitätsauskunft zerfällt in zwei Teile. Ein Teil dient der Vorlage bei Vertragsschluss mit Geschäftspartnern. Das können Vermieter, Arbeitgeber, Telekommunikationsunternehmen und Versandhändler, die Ratenzahlungen gewähren, sein.

    Der zweite Teil ist für den persönlichen Gebrauch bestimmt und enthält alle Daten und Geschäftsvorfälle, die die SCHUFA über eine bestimmte Person gespeichert hat.

    Der erste Teil zur Weitergabe an eventuelle Geschäftspartner enthält nach Auskunft der SCHUFA lediglich Daten, die für den Abschluss eines bestimmten Vertrages erforderlich sind.

    Dazu gehört beispielsweise die Mitteilung, dass über die betreffende Person ausschließlich positive Informationen bei der SCHUFA vorliegen. Allerdings werden auch negative Zahlungsvorfälle wie Zahlungsverzug und anderes angegeben.

    Der erste Teil der Bonitätsauskunft soll jedoch keine Informationen aus dem öffentlichen Schuldnerregister enthalten und auch keine Angabe über Kreditgeschäfte.

    In manchen Fällen kann die Einholung einer SCHUFA Bonitätsauskunft durchaus Sinn machen. Man weiß, welche Daten die SCHUFA an den Vermieter oder den zukünftigen Arbeitgeber weitergeben würde und ist deshalb vor Überraschungen sicher.

    Darüber hinaus kann es durchaus vertrauensbildend wirken, wenn man gegenüber seinem Vertragspartner von vornherein mit offenen Karten spielt.

    SCHUFA will Dienstleistungsunternehmen für Privatkunden sein

    Seit einiger Zeit pflegt die SCHUFA ihr Image als Dienstleistungsunternehmen für jedermann.

    Neben der kostenlosen Eigenauskunft und der Bonitätsauskunft gibt es für Privatpersonen noch die Unternehmensauskunft und einer Reihe gebündelter Dienstleistungen zum Identitätsschutz unter dem Markennamen „SCHUFA IdentSafe“ und „SCHUFA IdentSafe Platinum“.

    Diese, nicht billigen, zusätzlichen Dienstleistungen können angesichts zunehmendem Identitätsdiebstahl durchaus Sinn machen, vor allem wenn man viel im Internet unterwegs ist.

    Allerdings sollte fairerweise darauf hingewiesen werden, dass die SCHUFA in erster Linie die Interessen ihrer Vertragspartner zur Verminderung des Kreditausfallrisikos wahrnimmt. Die Vertragspartner sind es, in deren Eigentum die SCHUFA steht.