Sichere Geldanlage bei Inflation

    Die Griechenlandkrise hat der Angst vor einer Inflation historischen Ausmaßes wieder neue Nahrung gegeben.

    Viele Anleger fragen sich, ob es eine sichere Geldanlage bei Inflation gibt. Die Antwort lautet schlicht „nein“. Inflation und Geldanlage vertragen sich nicht miteinander.

    Die wirtschaftlichen Folgen einer richtigen Inflation verursachen bei Anlegern immer Verluste, jedenfalls kurz- oder mittelfristig.

    Allerdings lässt sich Geld so investieren, dass eine Inflation oder auch nur inflationäre Tendenzen gut überstanden werden können.

    Echte Inflation unwahrscheinlich

    Die Frage ist natürlich, ob es überhaupt zu einer richtigen Inflation kommt. Eine Teuerungsrate von 2 % (Europäische Zentralbank) oder 4 % (Internationaler Währungsfond) werden für normal und sogar gesund für die Wirtschaft gehalten.

    Sehr wahrscheinlich ist, dass es gelingt, Inflationstendenzen im Rahmen zu halten. Das sehen Pessimisten allerdings anders.

    Sie verweisen auf die hohe Verschuldung führender Industriestaaten und das gigantische Ausmaß der Geldmenge. Die USA beispielsweise kämpfen mit Staatsschulden von deutlich über 12,5 Billionen Dollar und die Geldmenge der US Notenbank hat sich seit Ende 2007 etwa verdreifacht auf 2.200 Mrd. Dollar.

    Die Pessimisten haben die Geschichte auf ihrer Seite: Hohe Haushaltsdefizite und Staatsschulden gingen jeder ernstzunehmenden Inflation voraus. Allerdings haben Regierungen und Notenbanken heute mehr Erfahrungen und bessere Möglichkeiten zur Bekämpfung einer Inflation.

    Sichere Geldanlagen nicht inflationssicher

    Eine sichere Geldanlage bei einer Inflation ist all das nicht, was in Deutschland besonders beliebt ist: Sparbücher, Festgeld, Bundesschatzbriefe oder ganz einfach größere Geldbeträge zuhause aufbewahren. Solche „Papieranlagen“ verlieren während einer richtigen Inflation sehr rasch an Wert.

    Sichteinlagen, wie Sparbücher, bringen häufig nicht einmal in normalen Zeiten eine ausreichende Rendite zur Werterhaltung des angelegten Kapitals.

    Anleihen & Sachwerte

    Inflationsgeschützte Anleihen sind da schon besser. Eine halbwegs sichere Geldanlage bei Inflation sind hingegen Sachwerte. Edelmetalle, Grundstücke und Unternehmen sind Sachwerte.

    Besonders Gold wird als sichere Geldanlage bei Inflation gepriesen und von vielen sicherheitsbewussten Anlegern bevorzugt.

    Doch der Preis für viele Edelmetalle, und besonders für Gold, ist gegenwärtig sehr hoch und wird – jedenfalls in der letzten Zeit – stark von der Spekulation auf die Inflation angetrieben.

    Geld investieren in Gold ist gegenwärtig mit mehr Risiko verbunden, als gemeinhin angenommen wird. Kommt es zu keiner nennenswerten Inflation, ist ein kräftiger Rückgang des Goldpreises sehr wahrscheinlich.

    Qualitätsaktien

    Geld investieren in Unternehmen ist eigentlich gegenwärtig die beste Möglichkeit einer Kapitalanlage, allerdings nur als Langfristinvestition.

    Wer beispielsweise Aktien kauft, beteiligt sich an einem Sachwert, dem Unternehmen, mit Grundstücken Maschinen und Patenten. Das Risiko: Unternehmen können während einer Wirtschaftskrise Bankrott gehen.

    Das Risiko lässt sich minimieren, indem in Qualitätsunternehmen, die Marktführer sind, investiert wird. Auch Indexfonds sind nicht schlecht. Sie eignen sich auch zur Wiederanlage von Einmalzahlungen aus Lebensversicherungen.

    Die Chancen: Man investiert in Sachwerte und kann von zukünftigen Kursgewinnen profitieren. Die können sehr schnell eintreten, wenn die Pessimisten mit ihrem Inflationsgerede Unrecht behalten.

    Dann kann sich eine Kapitalanlage, die allgemein als risikoreich angesehen wird, als besonders sichere Geldanlage herausstellen.