Sparziel festlegen und die passende Geldanlage auswählen

    Sparen ohne Ziel ist wie ein Spaziergang durch ein Labyrinth. Immer besteht die Gefahr, sich zu verirren oder sich zu verzetteln.

    Ohne eine genaue Definition des Sparziels ist die Auswahl der Geldanlage ein Glücksspiel.

    Und wie bei jedem Glücksspiel besteht die Gefahr von Verlusten oder doch wenigstens die Gefahr, nicht alle Renditemöglichkeiten optimal auszuschöpfen.

    Nur Sie als Anleger können das gewünschte Sparziel ermitteln. Mit welcher Geldanlage Sie Ihr Ziel erreichen können, darüber können Sie sich informieren oder beraten lassen. Aber das Sparziel ist Ihre ureigenste Angelegenheit.

    Und noch etwas können nur Sie als privater Investor entscheiden, die Frage, welches Risiko Sie bei einer Geldanlage einzugehen bereit sind.

    Konkretes Sparziel definieren

    Werden Sie sich in einem ersten Schritt klar, welches der Zweck des Sparens ist. Möchten Sie Geld zur Seite legen für eine längere Urlaubsreise oder für einen neuen Elektroherd?

    Benötigen Sie Eigenmittel für ein neues Auto oder für ein Eigenheim? Oder möchten Sie zukünftig ein Ferienhaus erwerben?

    Geht es ganz allgemein um den längerfristigen Aufbau von Vermögen oder möchten Sie zielgerichtet für Ihre zusätzliche Altersvorsorge sparen, damit Sie frühzeitig in den Ruhestand gehen können?

    Haben Sie sich Klarheit darüber verschafft, wofür Sie sparen, geht es in einem nächsten Schritt um die konkrete Sparsumme und den Zeitrahmen.

    Geht es um konkrete Anschaffungen, sollte ein bestimmter Stichtag festgelegt werden. Außerdem sollte der benötigte Betrag, der für die Anschaffung erforderlich ist, so genau wie möglich definiert werden.

    Andere Sparziele lassen sich nicht so einfach festlegen. Wer für die Altersvorsorge Geld anlegt oder spart, um ein Eigenheim zu kaufen, wird schwerlich einen genauen Stichtag festlegen können.

    Gleiches gilt für den ins Auge gefassten Sparbetrag. Wird mit einem Zeithorizont von zehn Jahren oder länger Geld angelegt, ist nicht genau vorhersehbar, wie hoch der am Ende zur Verfügung stehende Betrag wirklich sein wird.

    Der endgültige Sparbetrag hängt zum Beispiel von der Zinsentwicklung sowie der Entwicklung von Wertpapierkursen ab und ob man im Laufe der Zeit die Sparraten gleich lässt, erhöht oder vermindert.

    Wie viel Sparen kann ich mir leisten?

    Das Erreichen von Sparziel und die Einhaltung zeitlicher Vorgaben hängen natürlich vom Kapitaleinsatz ab.

    Überlegen Sie sich genau, wie viel Geld Sie in welchen Zeitintervallen zurücklegen können. Gehen Sie dabei von realistischen Annahmen aus.

    Den Sparbetrag zu hoch anzusetzen, ist ein häufiger Fehler. Wer von illusorischen Sparbeiträgen ausgeht, wird das Sparziel nicht erreichen. Möglicherweise wird er das Sparen überhaupt frustriert aufgeben.

    Bedenken Sie bei der Festsetzung des Sparbetrages, dass unvorhergesehene Belastungen auf Ihr Haushaltsbudget zukommen können. Vielleicht müssen Sie zum Beispiel einen Kredit für bestimmte Anschaffungen aufnehmen, den Sie vorher überhaupt nicht einplanen konnten.

    Wenn Sie die Sparrate festgelegt haben, können Sie mithilfe von Rechnern aus dem Internet überschlägig ermitteln, in welchem Zeitraum Sie welchen Sparerfolg verbuchen können.

    Nehmen wir einmal an, sie können 3.000 Euro sofort anlegen. Am ersten eines jeden Monats möchten Sie eine Sparrate in Höhe von 200 Euro zur Seite legen.

    Das Geld soll revolvierend angelegt werden und in drei Jahren zur Verfügung stehen. Sie planen eine Festgeldanlage. Wegen des gegenwärtigen niedrigen Zinsniveaus setzen Sie den Zinssatz mit 1,5 % an.

    In diesem Fall haben Sie insgesamt 10.200 Euro eingezahlt. Zins und Zinseszins betragen insgesamt 784,81 Euro. Am Ende der Sparperiode steht Ihnen also ein Betrag in Höhe von 10.984,81 Euro zur Verfügung.

    Diese und ähnliche Berechnungen können Sie mithilfe von Tools durchführen, wie sie beispielsweise das Portal Zinsen-berechnen.de zur Verfügung stellt.

    Selbsteinschätzung der Risikobereitschaft

    Bevor Sie daran gehen, sich nach passenden Anlageprodukten für Ihr Sparziel umzusehen, sollten Sie sich Gedanken über Ihre Risikobereitschaft machen.

    Sind Sie bereit für eine höhere Rendite auf etwas Sicherheit bei der Geldanlage zu verzichten?

    Sicher aber wenig ertragreich sind Spareinlagen, Tagesgelder oder Festgelder von Banken mit Sitz in Deutschland. Mit etwas mehr Risiko verbunden aber dafür auch mit einer höheren Rendite sind Geldanlagen dieser Art bei Banken mit Sitz im ausländischen Euroraum.

    Staatsanleihen aus solventen Staaten im Euroraum gehören ebenfalls zur untersten Risikostufe. Achten Sie dabei auf das Länderrating. Staatsanleihen aus solventen Ländern außerhalb des Euroraums haben wegen des Währungsrisikos ein etwas höheres Risiko.

    Aktien, die in Leitbörsen gehandelt werden, gehören in die nächsthöhere Risikoklasse. Sie als Privatperson sollte eine Investition in einzelne Werte meiden. Empfehlenswert sind kostengünstige, passiv gemanagte Indexfonds, die einen bestimmten Leitindex abbilden.

    Deutschen Anlegern wird meistens ein Indexfonds auf den MSCI World empfohlen. Infrage kommt auch ein Indexfonds auf den S&P 500. Investieren Sie ausschließlich in Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Diese Fonds nennt man ETFs.

    Wer in Indexfonds investiert, kann mit deutlich höheren Renditen rechnen als bei Anleihen oder festverzinslichen Geldanlagen.

    Das Anlagerisiko ist kaum höher, vorausgesetzt, das Geld soll für einen langen Zeitraum – mindestens 7 bis 10 Jahre – angelegt werden.

    Alle anderen Anlageinstrumente wie Zertifikate, Optionsscheine oder Staatsanleihen aus Ländern mit niedrigem Rating sind zu spekulativ für eine zielorientierte Geldanlage.

    Unternehmensanleihen sind im Grunde eine gute Geldanlage, wenn und solange das betreffende Unternehmen über ein gutes Rating verfügt. Unseres Erachtens sollte aber eine Aktienanlage bevorzugt werden.

    Vergleichen ist Pflicht

    Die meisten Menschen vergleichen Preise – wenn es um den Kauf von Lebensmitteln, Computern, Autos, Wohnungseinrichtungen oder den Abschluss von Telekommunikationsverträgen geht.

    Aber wenn Geld angelegt werden soll, vertraut man dem nächstbesten Bankberater oder schließt das erstbeste Festgeld ab.

    Vermeiden Sie diesen Fehler. Informieren Sie sich über das Marktgeschehen, bevor Sie eine Kapitalanlage eingehen.

    Fachzeitschriften veröffentlichen regelmäßig Tests über Kapitalanlagen und deren Anbieter.

    Nutzen Sie die kostenlosen und unverbindlichen Vergleichsrechner aus dem Internet. Es gibt sie praktisch für jede Anlageform: Festgeldvergleiche, Tagesgeldvergleiche, Fondsvergleiche und Vergleiche für Depotkonten.

    Wenn Sie sich für eine Geldanlage in ETFs entschieden haben, ist die Webseite von justETF eine gute Hilfe.

    Die Einrichtung von Tagesgeldkonten, Festgeldkonten oder Sparkonten ist in der Regel kostenlos.

    Mit anderen Geldanlagen, vor allen mit aktiv gemanagten Fonds, können erhebliche Kosten auf Sie zukommen: Handelskosten, Depotkosten, Spreads und vor allem Ausgabeaufschläge und Verwaltungskosten bei Fonds.

    Kosten sind Renditekiller. Wer 5 % Ausgabeaufschlag für einen aktiv gemanagten Fonds zahlt und dann womöglich noch eine Verwaltungsgebühr, wird sich am Ende wundern, wie gering die Rendite ausfällt.

    Kosten sind ein wesentlicher Punkt im Rahmen eines Vergleichs von Geldanlagen.

    Vergleichen können Sie nur Anlageprodukte, die Sie auch verstehen. Informieren Sie sich also gründlich vor jeder Geldanlage darüber, wie sie funktioniert.

    Das gilt nicht nur bei Aktien oder Anleihen, sondern ebenso für einfach anmutende Produkte wie beispielsweise Festgeld.

    Anleger sollten zum Beispiel wissen, dass die Dauer der Zinsauszahlungsintervalle für die Höhe der Rendite mitentscheidend ist. Werden die Zinsen am Ende der Laufzeit ausgezahlt, entfällt der Zinseszinseffekt. Je kürzer die Auszahlungsintervalle sind, desto mehr Zinseszinsen werden verdient.

    In Geldanlagen, die man nicht versteht, sollte man auch nicht investieren.

    Welche Geldanlage für welches Sparziel?

    Je nach Art und Dauer des Sparziels gibt es unterschiedliche Produkte. Der Grundsatz lautet: je kurzfristiger das Sparziel erreicht werden soll und je genauer der Sparzweck definiert wird, desto sicherer sollte die Geldanlage sein.

    Sie möchten Eigenmittel für ein Auto ansparen, dass Sie in einem Jahr kaufen wollen? Dann empfiehlt sich, die Sparbeträge in Tagesgeld oder kurzfristiges Festgeld anzulegen.

    Sparziel ist, genügend Eigenkapital zur Finanzierung des Traumhauses zusammen zu sparen, welches in 5 bis 10 Jahren realisiert werden soll? In Betracht kommen Bausparverträge und der sukzessive Abschluss von Festgeld mit mittleren Laufzeiten.

    Eigentlich könnte man auch an Aktien-ETFs denken. Aber eine Aktienanlage, die zu einem bestimmten eng umrissenen Termin aufgelöst werden soll, ist immer ein Risiko. Müssen Aktien in schlechte Marktumfeld zur Unzeit verkauft werden, kann es zu nicht unerheblichen Verlusten kommen.

    Ihr Ziel ist ganz allgemein Vermögensaufbau oder Sie sparen für eine private Zusatzrente?

    Vielleicht haben Sie keine ganz genaue Vorstellung darüber, wann die Sparphase beendet sein soll. Vielleicht möchten Sie den Sparbetrag ungefähr mit Ihrem 60. oder 65. Lebensjahr zur Verfügung haben. Jedenfalls beträgt die geplante Dauer der Sparphase wenigstens zehn Jahre.

    Dies ist ein Fall für ein diversifiziertes Wertpapierdepot, dessen Zusammensetzung sich nach Ihrem Risikoprofil richtet.

    Es sollte aus drei Komponenten bestehen: Aktien-ETFs, europäische Staatsanleihen oder länger laufendes Festgeld, und ein kleiner Anteil für die Cashreserve, dargestellt beispielsweise durch Tagesgeld oder unterjähriges Festgeld.

    Viele private Sparer bevorzugen für die Altersversorgung private Rentenverträge oder Kapitallebensversicherungen. Letztere werden seit der Niedrigzinsphase häufig in einer Form angeboten, die Fondssparen ähnelt. Oft ist die Konstruktion dieser Finanzprodukte gar nicht so einfach zu begreifen.

    Ein Grund dafür kann sein, dass private Anleger ihre Finanzangelegenheiten in die Hände von „Profis“ (Versicherungsgesellschaften und Banken) legen möchten. Wir empfehlen Ihnen aber, geben Sie Anlageentscheidungen nicht aus der Hand.

    „Profis“ kosten Geld. Bei einem fondsgebundenen Lebensversicherungsprodukt zahlen Sie nicht nur die Aufschläge für die Fonds, sondern auch noch die Abschlussgebühren für den Vermittler.

    Abgesehen davon werden die Lebensversicherungsprodukte häufig nicht mit den besten Fonds unterlegt, sondern mit eigenen Produkten oder Produkten von Bankpartnern.

    Wie gesagt, halten Sie es einfach. ETFs, Staatsanleihen und festverzinsliche Spareinlagen sind einfach zu verstehende Produkte, mit denen sich gute Renditen erzielen lassen.