Urlaub in Texas

    Der Dollar steht günstig. Machen Sie doch mal Urlaub in Texas. Bei Texas fällt Ihnen nur Wüste ein oder ein stattliches Texas Longhorn, Öl vielleicht noch? Das sind alles nur liebenswerte Einzelaspekte.

    Texas hat enorm viele Gesichter. Selbstverständlich kann man am Golf einen ganz normalen Strandurlaub machen. Interessanter ist eine Entdeckungsreise quer durch den Staat, ein Urlaub außerhalb der Norm, insbesondere was die Weite anbelangt.

    Immer noch viel Wildnis mit Abenteuermöglichkeiten aber Tankstellen und solide Hotels in Reichweite.

    Manchmal sieht man Wildblumen in Riesenmengen, auch am Rande der Interstates. Ein Vermächtnis von Lady Bird Johnson, die sich für die Aussaat engagierte. AAA „Books“ und „Maps“ sind hilfreich bei der Suche nach dem Weg, geeigneten Schlafplätzen und mehr.

    Als ADAC-Mitglied bekommt man sie in den vielen AAA-Niederlassungen meistens kostenlos.

    El Paso

    Nehmen wir mal El Paso als außergewöhnlichen Ausgangspunkt, die Riesenstadt in der äußersten Westecke von Texas. Hier spürt man den Einfluss der spanischen Eroberer. Der Rio Grande bildet die Grenze zu Mexiko.

    Im Norden der Stadt beginnt schon der US-Staat New Mexico. Fährt man nach Osten – immer noch Wüstenerlebnis – muss man sich bald für eine Richtung entscheiden.

    Vielleicht Richtung Norden, in die Plaines oder Richtung Süden im Bereich des Rio Grande bleiben, schräg und weit bis zum Golf oder die Interstate (I)10 Richtung Ost mit Erlebnisabstechern. Alles ist geprägt von überwältigender Größe und Weite der Landschaft.

    Guadelupe Mountains

    Entscheidet man sich für die Plains, kann man z.B. über die I 10 den Highway (HW) 54 fahren, der besonders schön ist. Man fährt auf die Guadelupe Mountains zu. Massiv ragt der El Captain in die karge Landschaft.

    Als Abstecher bieten sich die Carlsbad Caverns in New Mexico an oder eine Wanderung im McKittrick Canyon.

    Palo Duro Canyon

    Auch der Palo Duro Canyon nah bei Amarillo ist zu Fuß aber auch per Auto ein eindrucksvolles Erlebnis.

    Die Städte, Odessa, Midland, Lubbock – die Geburtsstadt von Buddy Holly – und Amarillo liegen im berühmten Llano Estacado.

    Dieses heute noch dünn besiedelte, trockene, baumlose, flache Tafelland ist insbesondere Karl May Lesern ein Begriff.

    Big Bend Nationalpark

    Bei der erwähnten Südtour könnte ein Abstecher in den Big Bend Nationalpark führen. I 10, Hw’s 90, 67 und dann geht’s auf der 170 weiter am Rio Grande entlang bis zum Park.

    Überall Wüste, nur der Flussverlauf ist an leichtem Grün erkennbar. Chisos Mountain Lodge im Park ist ein angenehmes Quartier.

    Zurück zur 90 und weiter Richtung Südost kommt man nach Langtry, wo der berühmte Judge Roy Bean um 1900 im Saloon seinen Gerichtssitz hatte.

    Der Trip weiter Richtung Süden zieht sich lang hin. Laredo bietet sich als Zwischenstation an. Von dort über die 83 nach Harlingen, ist man schon fast auf South Padre Island, einem der schönsten Ziele der USA am Golf von Mexiko.

    Die Tour Richtung Ost zielt auf eine Texasdurchquerung ab. Auf der I 10 hat man bald die Möglichkeit, die I 20 Richtung Dallas zu nehmen.

    Hill Country und San Antonio

    Entlang der I 10 durch Wüstenpanorama kommt man letztlich ins charmante grüne Hill Country um San Antonio. Allein hier könnte man einen ganzen Urlaub verbringen.

    San Antonio ist mit dem „Alamo“ das Symbol für die Freiheit in Texas. Dort und in anderen Museen kann man tief in die Historie dieses großartigen US-Staates einsteigen.

    Als Kontrastprogramm sollte man über den Riverwalk spazieren und am Fluss irgendwo gut essen. Im Umland von San Antonio legen  Fredericksburg, Boerne, New Braunfels und andere Kommunen Zeugnis ab über die deutschen Siedler, die seit Mitte des 19th Jahrhundertes diese Gegend geprägt haben.

    San Antonio

    San Antonio, die grüne Stadt im Herzen von Texas, bietet ihren Besuchern den Alamo, den Riverwalk und vieles mehr. Für einen Urlaub in Texas ist sie ein idealer Ausgangspunkt.

    Wenn man einfliegt, schaut man von oben auf eine riesige breitflächige Stadt mit viel Grün, die sich an den südlichen Rand des Hill Countrys schmiegt.

    Ein Hotel in Downtown ist ideal. Etliche liegen direkt am Riverwalk. Dann kann man die interessantesten Punkte der Stadt zu Fuß, per Trolley oder per Boot kennen lernen und vor dem Schlafengehen noch einen Bummel oder ein Glas Wein am Riverwalk genießen.

    Die texanische Revolution: Alamo

    Mitten in der Stadt liegt der Alamo, das Symbol für die Freiheitsliebe der Texaner. 1718 als spanische Mission gegründet, wurde das klassische Bauwerk ab 1803 vom mexikanischen Militär genutzt.

    Im Rahmen der texanischen Revolution in den 1830ern, die schließlich zur Republik Texas führte, kämpften hier 189 tapfere Freiheitskämpfer bis zum letzten Mann gegen das übermächtige Heer des mexikanischen Diktators Santa Ana.

    Während dieses Kampfes hatte Sam Houston die Möglichkeit, seine Truppen zu organisieren. 46 Tage nach dem Alamo-Drama konnte Houston Santa Ana in der berühmten achtzehnminütigen San Jacinto Schlacht besiegen.
    Institute of Texan Cultures: Wer sind die Texaner?

    Die Republik Texas war gesichert. Wer waren diese Texaner? Das kann man eindrucksvoll im Institute of Texan Cultures erfahren, wo über 27 ethnische Gruppen berichtet wird, die Texas aufgebaut haben – meistens Europäer.
    Wer nicht gleich in die Geschichte einsteigen, sondern sich lieber erst einen Überblick verschaffen möchte, für den ist die Trolleytour geeignet. Direkt am Alamo Visitors Center beginnen einstündige Touren.

    Trolleytouren

    Eine führt vom Alamo über den HemisFairPark, wo 1968 die Weltausstellung stattgefunden hat, zur San Fernando Cathedral.

    Man lernt die Mission San José (Queen of Missions) kennen, kommt durch das alte Gründerquartier La Villita, mit schön renovierten Häusern und auch zum El Mercado Farmers Market.

    Den ganz großen Überblick erhält man vom „Tower of the Americas“. Vom drehenden Restaurant aus kann man bei klarem Wetter bis zu 100 Meilen (160 km) weit ins Land schauen.

    Der Riverwalk

    Alternativ zum kulinarischen Genuss in luftiger Höhe bieten sich viele verschiedene Restaurants am Riverwalk.

    Der San Antonio River fließt mitten in der Stadt großenteils tiefer gelegen und ist umrahmt von Pflanzen, Geschäften und Restaurants.

    Der Riverwalk lädt zum Bummeln ein. Boote gleiten über den Fluss – eine unbeschreiblich heitere Atmosphäre.

    Sehenswürdigkeiten in und um San Antonio

    Neben diesen Highlights bieten Stadt und Umgebung unendlich viel mehr. Museen von Kunst über Wachsfiguren bis hin zum interaktiven Witte Museum.

    Verschiedenartige Parks wie Brackenridge Park mit einem Japanischen Garten am San Antonio River, der Seaworld Adventure Park oder der Six Flags Fiesta Texas Park laden zum Besuch ein.

    Etwa 20 Meilen außerhalb der Stadt bieten sich die „Natural Bridge Caverns“ und die „National Bridge Wildlife Ranch“ als attraktive Ausflugsziele. Ob Kinder oder Erwachsene – für alle ist viel zu entdecken.

    Hill Country

    Mitten im Herzen von Texas liegt das „Hill Country“, häufig auch als Central Texas bezeichnet. Diese eigenartige Hügellandschaft wird gebildet durch das „Edwards Plateau“ und im Osten vom „Balcony Escarpment“ einer Auffaltung.

    Plateau, das klingt nach großer flacher Fläche. Hier scheint es, als sei über Jahrmillionen von Flüssen und Bächen ein Gebirge in die große Fläche gewaschen worden.

    Beim Fahren durch diese Landschaft hat man öfter das Gefühl oben als unten zu sein. Dabei bieten sich dem Auge viele Bilder von unendlicher Weite und großer Schönheit. Gras, Büsche und Bäume überziehen die karstige steinige Hügellandschaft mit sanftem Grün.

    Austin und Fredericksburg

    Im Hill Country liegt die Großstadt Austin, die Hauptstadt mit Congress und Regierung und  vielen anderen Sehenswürdigkeiten wie das Bob Bullock Museum zur texanischen Geschichte. Das imposante Congress-Gebäude steht Besuchern offen.

    Für deutsche Touristen fast noch interessanter sind viele kleinere Städte, zum Beispiel Fredericksburg, Boerne oder New Braunfels, die stark von deutschen Siedlern geprägt sind

    Liebevoll gestaltete Museen, wie zum Beispiel die Sophienburg in New Braunfels, geben Auskunft über spannende Vergangenheit.

    Das ausgeprägte Straßennetz im Hill Country macht einen ersten Eindruck für Touristen einfach. Die Interstate 10 führt von San Antonio schräg Richtung Westen mitten durch das Hill Country. Schon allein dort entlang zu fahren und dann zu erleben, wie die I 10 in die Chihuahua Wüste führt, ist beeindruckend.

    Wenn es geht, sollte man sich mehr als ein Durchfahren gönnen. Fährt man z.B. von New Braunfels nach Fredericksburg, kommt man durch Boerne, dort kann man das „Agriculture Heritage Museum“ besichtigen oder das „Cibolo Nature Center“.

    Die Fahrt von Boerne nach Fredericksburg – erst die Interstate 10 und dann über die 87 – eröffnet beeindruckende Weitblicke in die Landschaft.

    Bevor man nach Fredericksburg kommt, sieht man in mancher Jahreszeit ein Schild an der Straße auf dem „Peaches“ steht. Folgt man dem, kommt man zur „Kuhlmann“ Rd. und zum „Marburger Orchard“ ( www.marburgerorchard.com ).

    Die Nachfahren deutscher Siedler bauen dort köstliche Pfirsiche an. Selbstpflücken ist möglich. Einen fantastischen Blick über die Pfirsichbäume ins weite Tal gibt es kostenlos dazu.

    In Fredericksburg ist das Admiral Nimitz Museum sehenswert.

    Naturparks

    Neugierig geworden? Das hier ist nur ein kleiner Einblick. Insbesondere Naturliebhaber kommen nicht zu kurz.

    Es gibt Höhlen, Seen und herrliche Naturparks. Meistens liegen die Parks an einem der vielen mäandrierenden Flüsse wie Guadelupe, Pedernales und Colorado (nicht der, der im Grand Canyon fließt).

    Die Flüsse haben oft Canyons in die steinige Landschaft gegraben. Gras, Büsche und besonders die vielen Bäume, die teilweise immergrün sind, machen alles wildromantisch. Bunte Blumen verzieren das Ganze.

    Das ist besonders schön im Frühling, wenn die blauen Blue Bonnets und die roten Indian Paintbrush blühen.

    Sie blühen nicht nur seitab, sondern auch am Rande der Straßen, einschließlich der Interstates und sind ein Vermächtnis von Lady Bird Johnson, die sich sehr aktiv für den Erhalt der heimischen Blumen eingesetzt hat. Das Hill Country ist wirklich das grüne Herz von Texas.

    Lyndon B. Johnson State Park & Historic Site

    Auf die Spuren von Präsident Johnsson begibt man sich bei einem Besuch der Lyndon B. Johnson State Park & Historic Site.

    Der Park ist zwischen Fredericksburg und Johnson City gelegen. Soweit gekommen, ist man erst halb durch Texas gereist.

    Von San Antonio kann man über die I 35 in einer guten Stunde nach Austin, der texanischen Hauptstadt fahren und dann weiter Richtung Dallas.

    Über die I 37 ist man in etwa 3 Stunden wieder an der Golfküste. Apropos Golf – Golf spielen kann man überall. Auf der I 10 geht’s Richtung Houston und weiter bis zur Grenze von Louisiana.

    Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski

    Leave a Comment: