Vermietung an Angehörige und Steuer


    Ein naher Angehöriger verdient nicht so viel, hat aber eigenes Einkommen. Sie kommen ihm entgegen und vermieten ihm recht preisgünstig eine Wohnung.

    Das ist nett von Ihnen und wird den so beglückten freuen. Doch Achtung. Es lauert die Steuer. Sind die Werbungskosten absetzbar?

    BFH: Werbungskosten im Grundsatz absetzbar

    Ärger mit dem Finanzamt gibt es oft dann, wenn die vereinbarte Miete und die ortsübliche Miete in einem Missverhältnis miteinander stehen. Das Finanzamt wird dann vielleicht die Frage aufwerfen, ob die Vermietung steuerlich anerkannt werden muss.

    Der Bundesfinanzhof sagt grundsätzlich ja. Wird an nahe Verwandte z.B. Kinder, Geschwister, Eltern, Schwiegereltern vermietet, ist das Mietverhältnis grundsätzlich auch dann steuerlich wirksam, wenn der vereinbarte Mietzins unter der ortsüblichen Miete (einschließlich der umlagefähigen Kosten) liegt.

    Behandlung der Werbungskosten bei Unterschreitung ortsüblicher Mieten

    Es wird aber natürlich differenziert: In voller Höhe sind die Werbungskosten absetzbar , sofern die vereinbarte Miete wenigstens 75 % der ortsüblichen Miete beträgt.

    Bei weniger als 75 % aber mindestens 56 % prüft das Finanzamt Ihre sogenannte Einkunftserzielungsabsicht. Die vollen Werbungskosten können Sie nur absetzen bei einer positiven Überschussprognose.

    Die vereinbarte Miete ist niedriger als 56 % oder die Überschussprognose ist negativ: Das Finanzamt kürzt die Werbungskosten dann anteilig, wobei die Mieteinnahmen vollständig angesetzt werden.

    Die vereinbarte Miete ist ein Viertel der Marktmiete bedeutet also, dass auch nur ein Viertel der Werbungskosten berücksichtigt werden.

    Nun tragen Sie vor, Sie würden gern die Miete auf die ortsübliche Miete anheben, können dies aber z.B. aus rechtlichen Gründen nicht. Nutzt nichts. Die Werbungskosten werden trotzdem anteilig erhöht.