Wandertour in den Appalachen

    Wer lange Bergwanderungen im Wald liebt, zum Beispiel den Rennsteig im Thüringer Wald, für den gibt es eine enorme Herausforderung in den USA: Den Appalachian Trail, auch AT genannt.

    Es ist der längste durchgehende Wanderweg in den USA und einer der längsten Wanderwege der Welt.

    3.500 km Wanderwege

    Die Appalachen sind ein bewaldetes Hochgebirge, welches sich im Osten der USA parallel zur Atlantikküste von Alabama nach Maine erstreckt und in Kanada endet.

    Mitten durch diese fantastische Bergkette von ca. 2.400 km, windet sich der schier endlose Wanderweg von etwa 3.500 km.

    Er geht von Springer Mountain/Georgia bis Mount Kathadin in Maine. Das entspricht etwa der Strecke Los Angeles – Chicago. Ein Eldorado für Waldwanderer.

    Ein Tipp: Alle, die dort wandern wollen, sollten unbedingt die Wanderkarten vom Potomac Appalachian Trail Club mitnehmen, sie sind sehr präzise und hilfreich.

    Auch Autowanderer kommen auf ihre Kosten, denn ähnlich wie der Wanderweg verlaufen auch Straßen, z.B. der „Blue Ridge Parkway“ und der „Skyline Drive“.

    Wer also den Appalachian Trail erst mal ausprobieren möchte, kann ein Auto mitnehmen, Teile des Trails bewandern, Strecken abfahren und sich an den sorgfältig ausgewählten „Viewpoints“ erfreuen.

    Außerdem bieten sich in diesem weiten Gebirgszug überall viele andere Tagestouren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade an.

    Die Berghöhe erreicht maximal um die 2.000 m, nämlich der Mount Mitchell in North Carolina 2.037 m. der Clingman’s Dome in North Carolina/Tennessee 2.025 m und der Mount Washington in New Hampshire 1.931 m.
    Das Nonplusultra ist es natürlich, den gesamten Trail abzuwandern.

    Er berührt 11 US-States: Georgia, Tennessee, North Carolina, Virginia, Pennsylvania, New York, Connecticut, Massachusetts, Vermont, New Hampshire und Maine.

    Eindrucksvolle Nationalparks

    Herrliche Landschaften und eindrucksvolle Parks prägen den Trail, wie “100 Mile Wilderness“ in Maine, „Presidential Range“ in New Hampshire, „Shennandoah National Park“ in Virginia, „Great Smokey Mountains“ in Tennessee/North Carolina und „Blue Ridges“ in North Carolina.

    Aber Achtung, der gesamte Trail braucht Zeit. Bei täglich 25 km braucht man ca. 140 Tage. Der erste bekannte Mann – Earl V. Shaffer – der den ganzen Trail gewandert und ein Buch (Walking With Spring) darüber geschrieben hat, brauchte „nur“ 123 Tage.

    Stark besucht und doch Natur pur

    Ansonsten heißt es, dass man 5 bis 7 Monate braucht. Im Frühling mit Azaleen am Weg in Georgia beginnen und im Herbst mit roten und gelben Blättern zwischen grünen Nadelbäumen im Indian Summer in Main enden, ist ein Traum für jeden leidenschaftlichen Wanderer.

    Allerdings haben bisher nur wenige tausend Menschen den ganzen Trail in eins abgewandert, obwohl jedes Jahr 3 – 4 Millionen Menschen dort irgendwo unterwegs sind.

    Man kann sich schwer eine Vorstellung machen, wie riesig das Gebiet ist. Vielleicht hilft es zu wissen, dass zwei Drittel der US-Bevölkerung den AT innerhalb eines Tages vom Wohnort mit dem Auto erreichen könnte.

    Trotzdem wandert man dort stunden- und tagelang einsam in der Natur und trifft eher ein Reh als einen Menschen.

    Wer lieber über Wanderungen liest, als selber wandert: Das Buch „Walking With Spring“ ist bei Amazon noch zu haben.

    Außerdem empfehlenswert ist das heitere Buch „A Walk in the Woods“, wo der Bestsellerautor Bill Bryson über einen erfolglosen Versuch schreibt, den ganzen Trail zu bewandern. Robert Redford plant einen Film darüber und will selbst Bryson spielen.