Was ist eine EC Karte?

    Mit jedem Girokonto wird eine Bankkarte ausgegeben. Vor noch nicht allzu langer Zeit lautete deren Bezeichnung „EC Karte“. Doch heute sucht man das EC Symbol auf den Geldkarten oft vergeblich. Stattdessen findet man andere Logos: Maestro, Girocard oder V Pay .

    Diese Aufdrucke weisen auf die Kartenherausgeber hin. Händler und Dienstleister müssen sich entscheiden, ob sie mit allen oder nur mit einigen Kartenausstellern zusammenarbeiten möchten.

    Für Verbraucher ändert sich hingegen so gut wie nichts, auch wenn das Logo der EC Karte auf der neuen Bankkarte fehlt.

    Nach wie vor handelt es sich um eine Debitkarte, mit der im Handel Waren und Dienstleistungen bezahlt werden können und mit der Geld am Automaten abgehoben werden kann.

    Beides ist überall dort möglich, wo die Karten der entsprechenden Herausgeber akzeptiert werden. Auf den meisten neuen Bankcards findet sich die Logos von Girocard und Maestro.

    Diese Karten können also überall dort genutzt werden, wo Girocard und/oder Maestro akzeptiert werden. Es handelt sich um so genannte kombinierte Bankkarten.

    Neben dieser Kombination gibt es neuerdings auch Debitkarten mit dem V Pay Logo.

    Girocard und EC Karte

    Auch wenn die Bankkarte von vielen noch traditionsgemäß als EC Karte bezeichnet wird, EC Karten sind eigentlich Geschichte. Das Nachfolgemodell heißt Girocard. Das entsprechende Logo, meist in blau, ist praktisch auf allen Geldkarten zu finden.

    Die EC Karte war ein Produkt der Deutschen Kreditwirtschaft. Die Bedeutung der Bezeichnung „EC“ hatte sich im Laufe der Jahre verändert. Zunächst stand die Abkürzung für Eurocheque, einem europaweiten Scheckzahlungssystem mit Bankgarantien.

    Später wandelte sich die Bedeutung der Abkürzung in „electronic cash“. Dieser Begriff beschreibt, wie die Bankkarte genutzt werden konnte.

    Nachdem der Karteninhaber eine PIN in einen Terminal eingegeben hatte, wurde die Geldtransaktion elektronisch abgewickelt. Manchmal wurde keine PIN abgefragt, sondern es musste stattdessen ein Zahlungsbeleg unterschrieben werden.

    Die neue Debitkarte der Deutschen Kreditwirtschaft heißt Girocard. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Nachfolgeprodukt der EC Karte mit verbesserten Sicherheitsstandards.

    Die Girocard wird darüber hinaus als Konkurrenzprodukt gegenüber Maestro und V Pay verstanden. Mit ihr soll zunehmend auch im Ausland bezahlt oder Geld abgehoben werden können.

    Maestro Karte

    Maestro ist die Debitkarte des internationalen Finanzdienstleisters MasterCard. Der Kartenherausgeber verfügt über das weltweit dichteste Akzeptanznetz.

    Wer seine Debitkarte auch im Ausland nutzen möchte, sollte darauf achten, dass die Girocard mit Maestro kombiniert ist. Das gilt vor allem, wenn die Karte im außereuropäischen Ausland genutzt werden soll.

    Überall dort wo Kreditkarten von MasterCard akzeptiert werden, kann man auch die Maestrokarte einsetzen.

    V Pay

    Die V Pay ist die neue Debitkarte des Kreditkartenherausgebers Visa. Sie hat die Visa Electron abgelöst. Die Debitkarte gibt es seit etwa 2006 und wird seit 2010 zunehmend auch in Deutschland ausgegeben. In Deutschland wird sie immer mit der Girocard kombiniert (Co-Branding).

    V Pay ist noch nicht so weit verbreitet wie Maestro. Die Akzeptanz der Debitkarte ist gegenwärtig noch im Wesentlichen auf europäische Länder beschränkt. Das System soll aber zukünftig deutlich ausgebaut werden.

    Die Debitkarte ist zur Abwicklung normaler Alltagsgeschäfte konzipiert. Um die Akzeptanz weiter zu erhöhen, ist geplant, sie verstärkt auch bei Transaktionen an Selbstbedienungsautomaten einzusetzen, zum Beispiel an Fahrscheinautomaten.

    Jedenfalls gegenwärtig ist die Kombination der Girocard mit einer Maestrokarte wegen der höheren Akzeptanz noch empfehlenswerter. Wer seine Bankcard auch im Ausland nutzen möchte, sollte auf das Maestro Logo auf der Geldkarte achten.

    Wie funktionieren Debitkarten?

    Die Herausgeber schließen mit Händlern und Dienstleistern Akzeptanzverträge. Die Verträge regeln die Einzelheiten der Zahlungsabwicklung und die Gebühren für die einzelnen Transaktionen.

    Für die Inhaber ist die EC Karte oder Girocard auch in Kombination mit anderen Produkten grundsätzlich kostenlos.

    Die Karteninhaber können die Debitkarte über all dort einsetzen, wo Akzeptanzverträge abgeschlossen wurden.

    Die Karte wird in der Regel durch einen Terminal gezogen, und dann muss die Pin eingegeben werden. In einigen europäischen Ländern wird das Pin-Verfahren nicht angewandt. Stattdessen muss ein Beleg unterzeichnet werden.

    Die erforderlichen Daten werden elektronisch geprüft. Wenn alles in Ordnung ist, wird die Zahlung bestätigt. Ist das geschehen, hat der Händler eine Zahlungsgarantie.

    Im Zusammenhang mit Girokonten ausgegebene Geldkarten sind keine Kreditkarten. Die Zahlung funktioniert also nur, wenn die entsprechende Deckung auf dem Konto vorhanden ist.

    Der Betrag wird in der Regel unverzüglich nach Durchführung der elektronischen Zahlungsanweisung abgebucht.

    Sicherheit und Haftung

    In der Vergangenheit hat es bei Debitkarten häufig Sicherheitsprobleme gegeben. Deswegen sind die Sicherheitsstandards verbessert worden. Alle Bankkarten sind mit einem so genannten EVM-Chip versehen.

    Darüber hinaus verfügen sie in der Regel aber noch über Magnetstreifen, weil in einigen Fällen eine Nutzung der Karte nur über Magnetstreifen möglich ist.

    In der Vergangenheit hat das Bundeskriminalamt die Banken aufgefordert, standardmäßig Karten ohne Magnetstreifen auszugeben. Nur Kunden, die die Bankkarte im außereuropäischen Ausland einsetzen, sollen nach Auffassung des Bundeskriminalamts Karten Magnetstreifen erhalten.

    Welche Vorschriften für die Haftung der Karteninhaber gelten, ergibt sich aus den Vertragsbedingungen. Wenn überhaupt, besteht eine Haftung für grobe Fahrlässigkeit.

    Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme besteht dahin, alle Kontoauszüge regelmäßig auf Abbuchungen zu überprüfen, die nicht zugeordnet werden können. Dabei ist besonders auf kleine Beträge zu achten.

    Weitere Vorsichtsmaßnahmen sind:

    • Geldkarte sollte sofort nach Erhalt unterschrieben werden.
    • Sie sollte niemals dritten Personen übergeben werden.
    • Bei der PIN Eingabe sollte darauf geachtet werden, dass niemand zuschaut und das keine ungewöhnlichen Geräte über oder an dem Bedienfeld angebracht sind.
    • Die Pin sollte niemals notiert oder im Portemonnaie bzw. in der Brieftasche aufbewahrt werden. Wer die Pin zusammen mit der Karte verwahrt, handelt immer grob fahrlässig.

    Wird ein Missbrauch festgestellt, sollte die Geldkarte sofort telefonisch gesperrt werden. In Deutschland gibt es einen Notruf unter der Nummer 116 116 (vom Ausland aus + 49 116 116.

    Aber nicht alle Banken sind diesem Notrufservice angeschlossen Welche Nummer man nach einem Missbrauch zur Sperrung anrufen zu muss, wird zusammen mit der Übersendung der Karte mitgeteilt.

    Debitkarte oder Kreditkarte?

    Bei ausreichender Liquidität ist die in der Regel der Debitkarte vorzuziehen. Sie ist einfacher zu handhaben und für Verbraucher oft auch sicherer. Sowohl MasterCard als auch Visa werden von vielen Banken kostenlos ausgestellt.

    Für den privaten Gebrauch ist die kostenlose Grundversion der Kreditkarte eigentlich immer ausreichend. Wer viel im Ausland unterwegs ist, sollte sich nicht allein auf seine EC Karte oder Girocard verlassen. Im Ausland ist man mit einer Kreditkarte besser bedient.

    Das gilt besonders für Haftungsfragen. In den USA beispielsweise trägt der Inhaber von Debitkarten regelmäßig die durch Missbrauch verursachten wirtschaftlichen Schäden selbst.

    Tritt ein Vermögensschaden in Zusammenhang mit dem Missbrauch von Kreditkarten auf, wird der Karteninhaber hingegen grundsätzlich nicht belastet.