Westerland/Sylt – 150 Jahre Bad, 100 Jahre Stadt

    Westerland, die Metropole der Insel Sylt, da teilen sich die Geister von hässlich bis herrlich. Ich liebe meine Stadt – eine ganz normale Stadt an einem unglaublich schönen Strand.

    Die Insel bietet so viel verschiedene wunderbare Natur, da ist eine lebendige Stadt ein schönes Kontrastprogramm.2005 feierte die Stadt Westerland auf Sylt ihr Doppeljubiläum: 150 Jahre Bad, 100 Jahre Stadt.

    Die Strände

    150 Jahre Bad? Kein Wunder, denn im Westen liegt der unglaublich schöne Strand. In Sylts Mitte gehören etwa 6 km Strand zu Westerland.

    Vor der Promenade ist der belebte Zentralstrand. Im Norden bis in Höhe Nordseeklinik und im Süden bis Dikjendeel sind verschiedene dünenbegrenzte Strandabschnitte – Textil-, FKK- und Hundestrände.

    Überall läuft die Nordsee – je nach Wetterlage zart bis hart – auf hellen feinkörnigen Sand auf. Man kann sich am Strand vergnügen oder schnell in schwimmtiefes Wasser gelangen.

    Wellenbaden ist am Schönsten. Wellenbaden kann man auch im Syltness-Center und dort außerdem in Whirlpools, auf Rutschen sowie in verschiedenen Saunen relaxen. Selbstverständlich gibt es ein reiches Wellnessangebot.

    Friesenhäuser und Touristenburgen

    100 Jahre Stadt. Für mich eine schöne Stadt, weil sie historisch gewachsen ist. Erst die Friesenhäuser des Dorfes in respektablem Abstand zur Küste.

    Mit der Entwicklung des Bades kamen strandnah Hotels, Straßen und Geschäfte dazu. Früher hieß es augenzwinkernd: „Gute Saison großer Anbau, schlechte Saison kleiner Anbau“.

    Dann – höher bauen. Die drei Blocks an der Promenade aus den Endsechzigern waren für mich damals grandios, und ich mag sie heute noch.

    Jedes Jahrzehnt hat seine Zeugen hinterlassen in dem bunten Mix aus Friesenhäusern, Wohnhäusern aller Art, Gästehäusern, Hotels, Post, Läden, Restaurants, Bars und mehr. Sehenswert ist das frühere Kurhaus, heute Rathaus und Spielbank.

    Entdecken Sie Westerland, indem Sie vom Bahnhof aus die Friedrichstraße hinuntergehen bis zum Strand. Promenade und Holzwandelbahn entlang Richtung Süden bis zur „Himmelsleiter“.

    Wer Lust hat, kann über diese hohe Treppe zum sehenswerten Aquarium kommen. Ansonsten wieder nach Norden gehen, zuletzt die Strandstraße zurück.

    Pulsierendes Leben, schöne Geschäfte, leckeres Essen und Trinken in allen Preisklassen und immer das Bewusstsein, man kann gleich wieder zum Strand gehen oder vielleicht ein Konzert auf der Promenade hören.

    Übrigens: Westerland hat im Süden und Norden schöne kleine Wäldchen zum Spazierengehen, und der Naturerlebnisraum im Friedrichshain ist besonders für Kinder spannend.

    Heimstätte für Heimatlose auf Sylt

    Von vielen Sylturlaubern wenig beachtet, liegt an der Elisabethstraße in Westerland auf Sylt die „Heimstätte für Heimatlose“.

    Heute nicht mehr denkbar, war es früher öfter der Fall, dass am Strand Leichen gefunden wurden, die nie identifiziert und in den Dünen vergraben wurden.

    Mitte des 19. Jahrhunderts veranlasste der damalige Strandvogt, Wulf Hansen Decker, die Toten an einer bestimmten Stelle ordentlich zu beerdigen.

    So fanden zwischen 1855 und 1907 fünfzig anonyme Tote Seeleute etwas seitab in Westerland ihre letzte Ruhe.

    Heute liegt dieser Friedhof praktisch mitten in der Stadt. Wer von der Friedrichstraße aus die Elisabethstraße entlang geht, kann die Heimstätte für Heimatlose kaum übersehen. Mehr als fünfzig Grabkreuze erzählen, wann und wo die anonymen Toten gefunden wurden.

    Ein großer Gedenkstein ist aufgestellt. Den hat im Jahre 1888 die berühmte Carmen Silva gestiftet. Schon damals kamen berühmte Menschen auf die Insel. Hinter dem Künstlernamen Carmen Silva verbarg sich niemand anderes als Königin Elisabeth von Rumänien, die in der „Villa Roth“ zu Gast war.

    Im Fundament des Gedenksteins soll sich eine Urkunde befinden, in der Carmen Sylva mit einem Gedicht des Oberhofpredigers Kögel und einer Widmung der fernen Witwen und Waisen gedenkt.

    Der letzte Vers des Gedichtes ist auf dem Stein zu lesen. Die Elisabethstraße bekam ihren Namen zu Ehren der Königin.

    Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski